So, 19. November 2017

Alles unwahr!

09.01.2012 10:56

10 Mythen, die deinen Tierarzt verzweifeln lassen

Wir alle wünschen uns, dass unsere Haustiere gesund bleiben. Regelmäßige Besuche beim Tierarzt gehören daher zum Pflichtprogramm. Immer mehr Tierfreunde schwören allerdings auf Hausmittelchen und Diagnosen aus dem Internet. Dass im World Wide Web auch viele Unwahrheiten kursieren, bringt Veterinärmediziner regelmäßig zur Verzweiflung. Wir haben mit Tierärztin Dr. Iris Fröhlich über zehn Irrglauben gesprochen, die sie und ihre Kollegen immer wieder aufklären müssen.

1. Die Hundenase sagt uns, ob der Hund gesund ist
Dieser Mythus hält sich seit vielen Jahrzehnten. Tierärztin Dr. Iris Fröhlich: "Tatsächlich gibt es Fälle, in denen eine zu warme oder zu trockene Nase ein Symptom einer Erkrankung ist – meistens sagt die Nase aber nichts über den Gesundheitszustand aus." Tierärzte verlassen sich deswegen nicht auf den Zustand des Riechorgans, wenn sie Vierbeiner untersuchen.

2. Das tierische Maul ist sauberer als der menschliche Mund
Dabei handelt es sich um einen Irrtum. Besonders Bisse der Katze entzünden sich oft sehr stark.

3. Mischlinge sind gesünder als Rassehunde
Könnten sich alle Hunde ohne menschliches Eingreifen fortpflanzen, wäre irgendwann ein mittelgroßer Mischling mit mittellangem Fell das Ergebnis – der von Natur aus "ideale" Hund. Dieser Hund verfügt über eine große genetische Vielfalt und ist mit hoher Wahrscheinlichkeit gesünder als der durchschnittliche Rassehund. Die freie Fortpflanzung ist aber den wenigsten Vierbeinern möglich – der "ideale" Hund ist in Wirklichkeit also die Ausnahme. Die meisten Mischlinge stammen von zwei Rassehunden ab, im schlimmsten Fall werden den Mischlingswelpen also die Erbkrankheiten beider Rassehunde weitergegeben. Ein Mischling ist somit nicht zwangsläufig gesünder als ein Hund mit Papieren.

4. Schwangere Frauen dürfen keinen Hundekot aufsammeln
Doch, sie dürfen – auch wenn sie diese Aufgabe während der Schwangerschaft natürlich an die Männer übertragen können. Die Befürchtungen vor Krankheiten wie Toxoplasmose sind unbegründet, sofern der Hund augenscheinlich gesund und regelmäßig entwurmt ist, sein Kot täglich entfernt wird und die grundlegenden Hygienemaßnahmen befolgt werden (Handschuhe tragen und Hände mit Seife waschen).

5. Ein Haustier muss seine Wunden lecken können
Hat dein Haustier eine frische Wunde, ist das Ablecken meist kein Problem. Entzündungen und Schwellungen kommen oft daher, dass Hund und Katze mit dem Lecken der Wunden nicht aufhören – die Heilung wird verzögert oder gar verhindert. Tierärztin Dr. Iris Fröhlich: "Operationsnarben sind jedenfalls tabu und dürfen nicht mit Hunde- oder Katzenzungen in Berührung kommen." Dein Tierarzt verteilt also aus gutem Grund Halskrausen an seine Patienten.

6. Katzen landen immer auf den Beinen
Dein Tierarzt kann dir mit Sicherheit Gegenbeispiele aus seiner Praxis nennen, denn auch Katzen können stürzen und sich dabei verletzen. Auch wenn der Untergrund, auf den sie springen, unregelmäßig ist, landet die Katze vielleicht unsanft. Übrigens: Stubentiger haben auch weder sieben noch neun Leben…

7. Was Menschen essen, ist schlecht für Haustiere
Keineswegs alles, was auf unseren Tellern landet, schadet unseren Haustieren. Gewürzte Speisen, Schokolade oder Alkohol sind für Hund und Katze jedoch tabu. Fleisch und Gemüse in der richtigen Zusammensetzung sind nicht ungesund, eine ausgewogene Ernährung für Vierbeiner erfordert allerdings sehr viel Spezialwissen – der Kauf eines hochwertigen Fertigfutters ist für jeden schaffbar.

8. Wohnungskatzen können sich nicht anstecken
Tierärztin Dr. Iris Fröhlich: "Natürlich hat eine reine Wohnungskatze in Einzelhaltung das geringste Risiko, sich mit Infektionskrankheiten anzustecken. Auf Impfungen und Co darf trotzdem auf keinen Fall verzichtet werden." Tritt man in einen Hundehaufen, kann man zu Hause den Parvovirus einschleppen, der für den Stubentiger tödlich enden kann. Auch Wurmeier finden sich im Erdboden, haften an deinen Schuhen und gelangen so in die Wohnung und zur Katze.

9. Schwangere Frauen sollen keine Katzen halten
Zur Freude über die Schwangerschaft gesellt sich immer noch bei vielen Frauen die Trauer über die vermeintlich notwendige Abgabe der geliebten Katze. Das muss nicht sein! Eine Infektion mit Toxoplasmose kann das ungeborene Kind schädigen, der Wirt sind hauptsächlich Katzen. Wenn im Haushalt ein Stubentiger lebt, sollte vor der Schwangerschaft ein Bluttest durchgeführt werden, der Auskunft über eine bereits durchgemachte Infektion gibt. Das Katzenklo sollte nicht von der Schwangeren gesäubert werden, der Vierbeiner kann aber bleiben.

10. Knoblauch wirkt gegen Würmer und Flöhe
So mancher Tierhalter schwört auf die Gabe von Knoblauch, um Hund oder Katze vor Würmern und Flöhen zu schützen. Viele Tierärzte warnen allerdings davor, Knoblauch als "natürliches Insektenschutzmittel" zu füttern. Knoblauchzehen enthalten einen Wirkstoff, der rote Blutkörperchen zerstören kann. Die Folgen können eine Anämie (Blutarmut), Kraftlosigkeit und eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen sein.

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