Sa, 25. November 2017

Pole ausgeforscht

05.01.2012 13:19

OÖ: 177.000 Euro Schaden durch Autoschieberbande

Eine Autoschieber- und Diebesbande hat in Oberösterreich im Vorjahr mehr als 177.000 Euro Schaden angerichtet. Bereits im Juli nahm die Polizei im Zuge einer spektakulären Verfolgungsjagd einen 34-jährigen arbeitslosen Polen fest. Nach langwierigen Ermittlungen konnten ihm nun zahlreiche Diebstähle von Kfz und Navigationsgeräten nachgewiesen werden. Der Leiter des Landeskriminalamtes Oberösterreich, Rudolf Keplinger, sprach am Donnerstag von einer regelrechten "Puzzlearbeit".

Weil die Zahl von Autodiebstählen und -einbrüchen in Linz und in den angrenzenden Bezirken des Mühlviertels seit dem Frühjahr 2011 stark angestiegen war, entschloss sich die Polizei im Sommer zu Schwerpunktkontrollen, erklärte Keplinger. In der Nacht auf den 22. Juli trafen die Beamten bei einer Kontrolle in Neumarkt im Bezirk Freistadt auf ein "äußerst aggressiv agierendes" mutmaßliches Autoknacker-Duo, so Keplinger. Plötzlich nahmen die beiden Reißaus.

Pole schlug bei Festnahme wild um sich
Nachdem das Duo eine weitere Polizeisperre durchbrochen hatten, krachten die beiden auf einer Kreuzung frontal gegen den Pkw eines unbeteiligten Lenkers. Dieser wurde trotz des heftigen Aufpralls nur leicht verletzt. Das Fahrzeug der Verdächtigen landete schwer beschädigt im Straßengraben (Bild), die Insassen flüchteten.

Für einen der Männer war die Flucht nach wenigen Minuten zu Ende: Die Polizei konnte ihn einholen, bei seiner Festnahme schlug er nach Polizeiangaben wild um sich und verletzte einen Beamten im Gesicht. Der mutmaßliche Komplize entkam.

Auch 25 Fahrer-Airbags gestohlen
Der Verdächtige, der einen gefälschten Ausweis bei sich hatte, schwieg eisern, so Keplinger. Daher gestalteten sich die nun folgenden Erhebungen recht schwierig. Schließlich konnten dem 34-Jährigen zehn Kfz-Diebstähle und 19 Versuche in Linz und Umgebung nachgewiesen werden. Er soll zudem in Steyregg im Bezirk Urfahr-Umgebung und Altenfelden im Bezirk Rohrbach insgesamt 27 Autos aufgebrochen und daraus 25 Fahrer-Airbags ausgebaut haben.

Der Pole wurde schließlich in die Justizanstalt Linz eingeliefert, die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Es sei zwar schwierig gewesen, die Delikte zuzuordnen, so Keplinger, aber: "Ich bin überzeugt, da ist noch mehr dahinter."

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