Fr, 20. Oktober 2017

Lage wird brenzliger

04.01.2012 09:23

Fotopionier Kodak droht Ausschluss von der Börse

Für den angeschlagenen Fotopionier Kodak wird die Lage immer brenzliger. Dem US-Konzern, der unter dem Wandel von der analogen zur digitalen Fotografie leidet, droht der Ausschluss von der New Yorker Börse. Grund ist, dass der Aktienkurs infolge der finanziellen Probleme auf unter einen Dollar (0,768 Euro) eingebrochen ist. Der Börsenbetreiber NYSE duldet derartige "Penny Stocks" nur für begrenzte Zeit.

Kodak erklärte, von der NYSE am Dienstag über den möglichen Rauswurf informiert worden zu sein. Der Fotokonzern hat nun sechs Monate Zeit, sich wieder zu berappeln, ansonsten muss sich das Unternehmen nach alternativen Handelsplätzen umsehen. Das dürfte weitere Anleger verprellen.

Viele Investoren sind bereits geflüchtet. Zuletzt hatte die Kodak-Aktie am 7. Dezember über der Ein-Dollar-Marke geschlossen. Am Dienstag beendete sie den Handel bei 0,655 Dollar. Vor einem Jahr war Kodak noch fast zehnmal so viel wert. Es folgten hohe Verluste, und die Barbestände schmolzen rasant dahin.

Opfer der digitalen Filmtechnik
Die Eastman Kodak Company, wie das Unternehmen vollständig heißt, prägte über Jahrzehnte die Fotoindustrie und scheffelte vor allem mit Kleinbild-Filmen jede Menge Geld. Mit dem Siegeszug der Digitalkameras brach dieser Markt jedoch zusammen, überdies sah sich der Platzhirsch plötzlich neuen Wettbewerbern aus der Elektronik-Branche gegenüber.

Neu-Ausrichtung als Druck-Spezialist
Konzernchef Antonio Perez will Kodak als Druck-Spezialisten neu ausrichten. Kodak hat laut Medienberichten aber bisher Probleme, sich die für den Umbau benötigten Gelder zu beschaffen. Entlastung soll vor allem der Verkauf von 1.100 Patenten - darunter auch viele grundlegende Techniken aus der Anfangszeit der Digitalfotografie - bringen.

Zudem wurden diverse Unternehmensteile auf den Prüfstand gestellt. So wurden bereits das Geschäft mit Bildsensoren und eine aus alten Zeiten stammende Gelatine-Produktion für einen unbekannten Betrag verkauft. Außerdem versucht Kodak laut Medienberichten, mehrere hundert Millionen Dollar für seine Online-Fotoplattform zu bekommen.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).