Mo, 20. November 2017

Tolles Projekt

30.12.2011 10:58

Neue Plattform für Halter von Hunden mit Behinderung

Als Katharina Hengl den kleinen "Antosz" aus einer Tötungsstation in Illatosut/Ungarn zu sich nahm, ahnte sie nicht, welche Herausforderungen sie im Alltag mit ihm erwarten würden. Doch nicht die Behinderungen ihres Vierbeiners - seine Vorderbeinchen sind gekrümmt, auf einem Auge ist er blind - sind das Problem, sondern die Suche nach geeigneten Tierärzten, Hundeschulen und Behandlungsmethoden in Österreich. Kurzerhand gründete sie die Internetplattform "Behinderter Hund - na und?", um Informationen für Halter behinderter Hunde zu sammeln und ihnen den Austausch zu ermöglichen. Wir haben mit der engagierten Hundefreundin gesprochen.

krone.at: Worum geht es bei Ihrer Plattform?
Katharina Hengl: Die Internetseite wurde von mir und meiner Freundin Stefanie ins Leben gerufen, damit Besitzer von behinderten Hunden oder jene, die es noch werden wollen, sich über das Thema austauschen können. "Behinderter Hund - na und?" ist eine Plattform, auf der wir Informationen sammeln - Hundehalter aus ganz Österreich schicken uns Erfahrungsberichte und beschreiben das Krankheitsbild ihres Hundes.

krone.at: Warum sind diese Erfahrungsberichte so wertvoll?
Hengl: Weil es sehr schwierig ist, an die Informationen zu kommen, die man als Halter eines behinderten Hundes in Österreich braucht. Zum Beispiel: Welche Tierärzte und Hundeschulen in meiner Nähe haben Erfahrung mit gehandicapten Vierbeinern? Da helfen die Berichte von anderen Hundebesitzern oft sehr weiter.

krone.at: Wo liegt denn der Unterschied zu gesunden Hunden?
Hengl: Eine entsprechende Hundeschule zu finden, ist nicht immer leicht - so muss man beispielsweise taube Hunde mit Sichtzeichen erziehen. Bei körperlichen Behinderungen muss das Tier ja trotzdem beschäftigt und ausgelastet werden, ist aber meist nicht so belastbar. Da braucht es einen Hundetrainer, der fordert, ohne zu überfordern, ein speziell auf die Behinderung abgestimmtes Training also.

krone.at: Wie sind Sie auf die Idee zu Ihrem Projekt gekommen?
Hengl: Als ich meinen Antosz aus der ungarischen Tötung geholt habe, wollte ich mich über all diese Themen informieren, vor allem über mögliche Therapien wegen seiner Behinderung. Er hatte keinerlei Muskeln und ist dauernd eingeknickt. Damals habe ich als Tierarzthelferin gearbeitet und trotzdem bin ich kaum an die gewünschten Informationen gekommen - schon gar nicht für Österreich. Irgendwann hat mich dann eine Bekannte angerufen, die mich nach Tierärzten gefragt hat, die sich mit behinderten Hunden auskennen. Und dann hab ich mir gedacht, jetzt machst du dazu eine Internetseite!

krone.at: Ihre Homepage ist noch im Aufbau. Nach welchen Beiträgen suchen Sie?
Hengl: Genau, es ist alles im Entstehen. Wir schreiben laufend Kritiken und fragen bei Tierärzten und Trainern an, ob sie bereits Erfahrungen mit behinderten Vierbeinern haben. Wir suchen außerdem Halter solcher Tiere, die uns ihre Erfahrungen schreiben. Egal, welche Behinderung der Hund hat. Wer interessiert ist, kann sich in unserem Diskussionsforum einbringen und sich mit Gleichgesinnten austauschen.

krone.at: Soll Ihre Seite auch zur Aufklärung dienen?
Hengl: Sicher, denn als Halter eines behinderten Hundes schlägt einem oft Unverständnis entgegen. Man wird als Tierquäler beschimpft, weil man den Hund nicht einschläfern lässt, das kränkt einen manchmal schon. Was die Menschen bedenken sollten: Jeder kann sehr schnell zu einem behinderten Hund kommen, durch das fortgeschrittene Alter oder einen Unfall. Das sind normale Hunde, auf die man nur mehr achtgeben muss.

Möchtest du deine Erfahrungen teilen und dich mit Gleichgesinnten austauschen? Alle Informationen rund um das Projekt "Behinderter Hund - na und?" findest du auf der Homepage und der Facebook-Seite der Initiative.

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