Mi, 23. Mai 2018

Agentur-Bericht

29.12.2011 22:11

Kondolenz zu Kim-Tod? Sprecher von Fischer dementiert

Die angebliche Kondolenz von Bundespräsident Heinz Fischer anlässlich des Todes des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il hat am Donnerstagabend für Aufsehen gesorgt. Die nordkoreanische staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtete, Fischer habe zum Tod des Diktators sein "tiefes Beileid" ausgedrückt. Die Präsidentschaftskanzlei dementierte hingegen, dass Fischer kondolierte. Eine Mitarbeiterin habe jedoch anlässlich eines Besuches in der nordkoreanischen Botschaft in Wien "persönlich kondoliert", sagte Sprecher Bruno Aigner.

Laut KCNA-Bericht hatte "ein Assistent" Fischers der nordkoreanischen Botschaft am 27. Dezember einen Kondolenzbesuch abgestattet und dabei einen Moment vor einem Porträt Kim Jong Ils inne gehalten. Danach habe er sich in das Kondolenzbuch eingetragen.

Petzner glaubt Fischer nicht
Der BZÖ-Abgeordnete Stefan Petzner sagte in einer Stellungnahme, er könne das Dementi Fischers "nicht glauben", unter anderem "aufgrund seiner langjährigen Beziehung zu Nordkorea". Fischer war früher Gründungsmitglied und langjähriges Präsidiumsmitglied der österreichisch-nordkoreanischen Freundschaftsgesellschaft. Der Bundespräsident habe "dringenden Aufklärungsbedarf", es sei "inakzeptabel", als Staatsoberhaupt einem "stalinistischen Regime sein Beileid für den Tod eines der schlimmsten Diktatoren" auszudrücken", so Petzner.

SPÖ-Abgeordneter kondolierte "als Privatperson"
Nach Angaben der nordkoreanischen Agentur KCNA sollen auch das österreichische Außenministerium und die SPÖ St. Pölten ihr "aufrichtiges Mitgefühl" über den Tod von Kim Jong Il erklärt haben. Das Außenamt versicherte jedoch, dass man kein normales Kondolenzschreiben, sondern nur ein formloses Schreiben an das nordkoreanische Volk verschickt habe.

Der aus St. Pölten stammende Nationalratsabgeordnete Anton Heinzl bestreitet, im Namen der SPÖ St. Pölten den Tod von Kim betrauert zu haben: "Ich war als Privatperson in der nordkoreanischen Botschaft in Wien und habe mich in das Kondolenzbuch eingetragen", erklärte Heinzl gegenüber der Tageszeitung "Die Presse".

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