Di, 22. Mai 2018

Anwohner erzürnt

29.12.2011 09:41

Zahlreiche Tote bei türkischem Angriff auf Kurdengruppe

Bei einem Luftangriff der türkischen Armee im Grenzgebiet zum Irak sind bis zu 35 Menschen getötet worden. Das teilte die Verwaltung der Provinz Sirnak am Donnerstag mit. Kurdenvertreter warfen der Armee einen Angriff auf Dorfbewohner aus der Türkei vor, das Militär sprach indes von einem Einsatz gegen kurdische Rebellen im Nordirak.

Dorfbewohner berichteten der Nachrichtenagentur Dogan, es habe sich bei den Opfern um Schmuggler gehandelt, also letztlich um Zivilisten. Diese hätten mit Maultieren Dieselkraftstoff befördert. Der Angriff ereignete sich in der Nacht zum Donnerstag beim Dorf Ortasu in der Provinz Sirnak im Südosten der Türkei.

Der Gouverneur der Provinz sagte, Ermittlungen seien eingeleitet worden. Die türkische Armee gab an, Rebellen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans PKK im Norden des Irak beschossen zu haben. In dem Gebiet gebe es keine Zivilbevölkerung, sondern nur "Basen der Terrororganisation", hieß es auf der Internetseite des Militärs. Drohnen hätten in der Nacht eine Bewegung in Richtung der türkischen Grenze gemeldet, worauf der Einsatz der Luftwaffe angeordnet worden sei.

Kurdenpartei-Chef wirft Armee "Massaker" vor
Der Chef der türkischen Kurdenpartei BDP, Selahattin Demirtas, warf der Armee hingegen ein "Massaker" vor, alle Getöteten seien Zivilisten. Der BDP-Abgeordnete von Sirnak, Hasip Kaplan, sagte, die Behörden wüssten, dass die Bewohner aus der Grenzregion ihren Lebensunterhalt durch Schmuggel verdienten und regelmäßig die Grenze überquerten, um im Irak günstig Treibstoff und Zucker zu besorgen.

Die schwer zugängliche Bergregion entlang der Grenze zum Irak gilt als ein Rückzugsgebiet der PKK. Die türkische Armee fliegt immer wieder Angriffe auf Lager der Rebellen im Nordirak. Die PKK kämpft seit 1984 gegen den türkischen Staat. In dem Konflikt sind bislang rund 45.000 Menschen ums Leben gekommen.

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