Do, 24. Mai 2018

"I bin ka Heiliger"

29.12.2011 09:19

Obdachloser findet 7.000 Euro und gibt Geld bei Polizei ab

Hermann Sch. ist keiner, der in das klassische Gesellschaftskorsett passt. Das sagt er selbst: "I bin ka Heiliger." Alkohol, Drogen, sechseinhalb Jahre Gefängnis, arbeitslos, als geistig abnorm abgestempelt. Dennoch hat der Obdachlose nicht gezögert und 7.000 Euro in bar, die er auf einer Straße in Wien gefunden hatte, bei der Polizei abgegeben. Und so war dieses Weihnachten "des Schönste in meinem Leben", erzählt er in der Wiener Gruft.

Stefanitag, 19 Uhr: Der gebürtige Steirer stolpert über ein Plastiksackerl. 500-Euro-Scheine schimmerten durch. "I hob' des g'sehn und ein Blackout ghabt." Sch. dreht nervös an seinem Ring, als er im Obdachlosenheim davon erzählt: "I hob' net gwusst, wo hint' und vorn is." Immerhin hatte der 48-Jährige plötzlich 7.000 Euro in der Hand.

"Viele Freund' sogn: Bist deppat, Hermann?"
Das Geld einstecken kam für ihn aber nicht infrage - "obwohl viele Freund' sogn: Bist deppat, Hermann?" Susanne Peter muss lachen. Sie war es, der sich Sch. anvertraut hat. Zuerst drückte er der Sozialarbeiterin einen 500-Euro-Schein in die Hand: "Glaubst, ist der echt?" Dann legte er den Rest dazu.

Gemeinsam wurde das Geld der Polizei übergeben. Die Zigarette danach musste er "schnorren". 80 Cent, mehr hatte er nicht eingesteckt. "Ich habe tiefsten Respekt", sagt auch Caritas-Direktor Michael Landau.

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