So, 27. Mai 2018

Gluthölle überlebt

21.12.2011 19:55

Teleskop "Kepler" erspäht zwei geröstete Planeten

Eine ungewöhnliche Entdeckung haben Astronomen jetzt mithilfe des US-Weltraumobservatoriums "Kepler" gemacht. Sie erspähten zwei widerstandsfähige Planeten, die das Bad in der Gluthölle eines Roten Riesensterns überlebt haben. Die Forscher fanden die widerstandsfähigen Himmelskörper nahe einer gealterten Sonne, die die Entwicklungsphase als Roter Riese bereits hinter sich hat.

Es ist das erste Mal, dass bei einem Stern jenseits der Phase als Roter Riese Planeten gefunden werden, wie das internationale Forscherteam im Fachjournal "Nature" berichtet. Der Fund könnte auch neues Licht auf das Schicksal unseres Sonnensystems werfen.

Die Wissenschaftler um Stephane Charpinet von der Universität Toulouse in Frankreich waren ursprünglich gar nicht auf Planetenjagd. Stattdessen benutzten sie das Weltraumteleskop "Kepler", um detailliert die regelmäßigen Helligkeitsschwankungen eines veränderlichen Sterns zu studieren. Auf diese Weise lässt sich die innere Zusammensetzung eines Sterns erkunden, und "Kepler" ist sehr empfindlich bei Änderungen in der Helligkeit.

Planeten vermutlich einst viel größer
Bislang haben Astronomen angenommen, dass kein Planet ein solches Feuerbad überleben kann. Die beiden widerstandsfähigen Planeten könnten allerdings einst sehr viel größer und weiter entfernt gewesen sein, glauben die Forscher. Sie wären dann erst durch die Reibung am heißen Gas der aufgeblähten Sternhülle abgebremst worden und auf diese Weise eng an ihr ausgebranntes Zentralgestirn (im Vordergrund der Illustration) namens KIC 05807616 herangerückt und umkreisen diese jetzt vermutlich in einer Entfernung, die einem Hundertstel der Distanz Erde-Sonne entspricht.

Die jetzt aufgespürten Begleiter des 28.000 Grad Celsius heißen Sternenrumpfs wären dann lediglich die innersten Kerne dieser Planeten. "Nur Planeten mit einer sehr viel größeren Masse als die Erde, wie Jupiter oder Saturn, könnten vielleicht überleben", sagt Elizabeth Green aus dem Forscherteam. "Wenn ein kleiner Planet wie die Erde eine Milliarde Jahre in so einer Umgebung verbringt, würde er einfach verdampfen."

Bislang kleinste Exoplaneten entdeckt
Erst am Dienstag hatten Astronomen die bisher kleinsten Planeten eines anderen Sterns vorgestellt (siehe Infobox). Diese beiden sogenannten Exoplaneten umkreisen den Stern mit der Katalognummer Kepler 20 und haben nur den 0,87- und 1,03-fachen Durchmesser der Erde. Die Planeten namens Kepler-20e und f wurden ebenfalls in "Nature" präsentiert.

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