Mo, 21. Mai 2018

Gezielte Sprengungen

21.12.2011 12:45

Neuschnee in Vorarlberg lähmte Wintersportgebiete

Wegen intensiver Schneefälle sind die beiden Vorarlberger Wintersportorte Lech und Zürs am Arlberg am Mittwochvormittag mehrere Stunden lang auf dem Straßenweg nicht erreichbar gewesen. Der Arlbergpass zwischen Stuben in Vorarlberg und St. Christoph (Tirol) war wegen Lawinengefahr gesperrt worden, berichtete der ÖAMTC. Die Lawinenkommission konnte die Situation jedoch durch gezielte Sprengungen entschärfen, gegen 11.30 Uhr wurde die Pass-Straße wieder freigegeben.

Aufgrund der zusätzlichen Sicherheitswintersperre auf der Verbindung Warth - Lech, die bereits seit Längerem in Kraft ist, war der Nobelskiort von der Außenwelt abgeschnitten. Die Arlbergpass-Scheitelstrecke zwischen der Alpe Rauz und dem Tiroler St. Anton ist aber wegen Lawinengefahr weiterhin nicht befahrbar, berichtete der Lecher Bürgermeister Ludwig Muxel.

In Lech schneie es derzeit leicht, mit einer erneuten Sperre sei aber für den Nachmittag nicht zu rechnen, so Muxel gegen Mittag. Trotz der Behinderungen ist man in Lech über das Ausmaß der weißen Pracht nicht unglücklich. "Der Schnee kommt jetzt vor Weihnachten gerade recht", so Muxel.

Bis zu 50 Zentimeter Neuschnee
In der Arlbergregion und im hinteren Bregenzerwald bestand am Mittwoch laut Einschätzung der Vorarlberger Landeswarnzentrale große Lawinengefahr (Stufe 4), in weiten Teilen Vorarlbergs wurde die Lawinengefahr als erheblich (Stufe 3) beurteilt. Gefahrenstellen lägen vor allem oberhalb der Waldgrenzen, an Steilhängen sowie eingewehten Rinnen und Mulden. Unerfahrene Wintersportler sollten die gesicherten Pisten nicht verlassen, so die Empfehlung. Mit neuen Schneefällen werde die Gefahr im Tagesverlauf weiter ansteigen.

Am Arlberg kam seit Dienstag mehr als ein halber Meter Neuschnee dazu. In Warth etwa waren es laut dem Wetterdienst Bregenz 50 Zentimeter, in Mellau im Bregenzerwald rund 45 Zentimeter. Auch das Montafon konnte sich über Schneezuwachs zum Saisonstart freuen: In St. Gallenkirch lag am Mittwoch ebenfalls 50 Zentimeter Neuschnee, in Bludenz 40 Zentimeter. Die Gesamtschneehöhe in Warth betrage derzeit 128 Zentimeter, jene in Mittelberg (Kleinwalsertal) 104 Zentimeter und jene in Langen am Arlberg 103 Zentimeter, hieß es.

Etliche Pkw-Unfälle und hängen gebliebene Laster
Auf Vorarlbergs Straßen war es am Mittwochvormittag großteils ruhig, die Straßen seien wieder aper, informierte die Landesverkehrsabteilung der Vorarlberger Polizei. Am Dienstagnachmittag und -abend kam es landesweit zu drei schneebedingten Unfällen mit Personenschaden: In Lorüns (Bezirk Bludenz), auf der L190 bei Hohenems sowie in Dornbirn verletzten sich Autofahrer bei Schleuderunfällen.

Große Probleme hatten der Exekutive vor allem die liegen gebliebenen Lkws bereitet, die den Verkehr behinderten. Am Dienstagabend verlor ein 45-jähriger Lkw-Fahrer aus Italien auf der Rheintalautobahn bei Götzis (Bezirk Feldkirch) die Kontrolle über sein Sattelkraftfahrzeug. Er kam auf der Fahrt Richtung Tirol ins Schleudern, touchierte die Mittelleitschiene und durchbrach dann die Außenleitschiene. Das über der Böschung hängende Schwerfahrzeug blockierte Pannenstreifen und rechte Fahrspur. Wegen der Aufräumarbeiten war der rechte Fahrstreifen von 19.30 bis 21.55 Uhr gesperrt, bis 2 Uhr erfolgte dann eine Totalsperre. Der Verkehr wurde umgeleitet. Der Lkw-Fahrer überstand den Ausrutscher unverletzt.

ÖAMTC rät dringend zu Winterausrüstung
Auf höher gelegenen Straßen in ganz Vorarlberg und Teilen Tirols herrscht wegen der schneeglatten Fahrbahnen für Lkws Schneekettenpflicht, in einigen Gebieten für alle Fahrzeuge. Der ÖAMTC riet bei Fahrten auf Bergstraßen dringend zu Winterausrüstung. Die Hauptverbindungen in den Niederungen seien im Wesentlichen wieder unbehindert befahrbar. Der Wintereinbruch hatte bereits am Dienstagnachmittag für Behinderungen im Straßenverkehr gesorgt.

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