Mo, 21. Mai 2018

Druck auf Euro-Zone

17.12.2011 08:16

Ratingagentur Moody's stuft Belgien herab

Wegen der Schuldenkrise in Europa hat die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit Belgiens herabgestuft. Moody's begründete den Schritt am Freitag mit der Tatsache, dass es Euro-Ländern mit einem relativ hohen Schuldenstand wie Belgien zunehmend schwer falle, sich an den Märkten Geld zu beschaffen. Kurz zuvor hatte bereits die Konkurrenzagentur Fitch einer Reihe von Euro-Staaten mit einer Senkung ihrer Bonitätsnote gedroht, damit wächst der Druck auf die Euro-Zone weiter.

In der vergangenen Woche hatte bereits Standard & Poor's damit gedroht, die Ratings fast aller Euro-Mitglieder zu senken. Nun preschte Moody's vor und senkte die Note für Belgien um zwei Stufen auf "Aa3". Zudem setzte die Agentur den Ausblick auf "negativ". Damit könnte eine weitere Herabstufung Belgiens binnen zwei Jahren folgen. Die belgische Regierung lehnte eine Stellungnahme zu dem Downgrade ab.

Fitch setzt EU-Länder kräftig unter Druck
Unterdessen bestätigte Fitch zwar für Frankreich vorerst das Spitzenrating "AAA", setzte aber den Ausblick von "stabil" auf "negativ". Damit könnte eine Herabstufung in den kommenden zwei Jahren erfolgen. Die Agentur begründete ihre Entscheidung mit höheren Risiken, die Frankreich im Zuge der Schuldenkrise eingehen müsse. Das französische Finanzministerium teilte mit, dass es die Bestätigung des "AAA"-Ratings zur Kenntnis genommen habe.

Noch schärfer fiel das Fitch-Urteil über Italien, Spanien, Irland, Belgien, Slowenien und Zypern aus: Hier drohte die Ratingagentur mit einer Herabstufung innerhalb von drei Monaten. Fitch fügte hinzu, dass die Überprüfung schon Ende Jänner abgeschlossen sein könnte. Sollte sie zu einem negativen Ergebnis kommen, würden die Staaten voraussichtlich um ein bis zwei Noten herabgestuft.

Ergebnisse des EU-Gipfels für Fitch nicht ausreichend
Hart ins Gericht ging Fitch außerdem mit den Ergebnissen des jüngsten EU-Gipfels, der eigentlich eine Gesamtstrategie zur Bekämpfung der Schuldenkrise bringen sollte. Eine umfassende Lösung der Schuldenprobleme sei mit den Beschlüssen aber weder technisch noch politisch zu erreichen, urteilte die US-Ratingagentur.

Um eine Liquiditätskrise zu vermeiden, sei ein stärkerer Einsatz der Europäischen Zentralbank notwendig. Die Spar- und Konsolidierungsanstrengungen der von einer Herabstufung betroffenen Länder würden zwar anerkannt. Es handle sich jedoch um eine systemische Krise, welche die wirtschaftliche und finanzielle Stabilität der Eurozone gefährde.

Weltbank-Chef besorgt über finanzielle Lage der Euro-Zone
Kritisch äußerte sich unterdessen auch Weltbank-Chef Robert Zoellick. Die finanziellen und wirtschaftlichen Probleme in der Euro-Zone seien alles andere als gelöst, sagte Zoellick. Besorgt zeigte sich der US-Amerikaner auch über die zunehmenden Spannungen zwischen Frankreich und Großbritannien. Die Politiker beider Länder sollten sich im Kampf gegen die Schuldenkrise ihrer Verantwortung bewusst sein und deshalb mehr Zurückhaltung üben. Die Regierungen Frankreichs und Großbritanniens hatten sich zuvor erneut einen verbalen Schlagabtausch im Streit über den Kurs in der Schuldenkrise geliefert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Lärmbelastung
Schützen Sie Ihre Ohren!
Gesund & Fit
Kaum Abwechslung
Dieses Stars haben doch eine Essens-Macke!
Video Stars & Society
Sieg gegen die Schweiz
Schweden erobert WM-Titel im Penaltyschießen
Eishockey
Serie A
Inter holt letztes Champions-League-Ticket
Fußball International
Primera Division
Barcelona besiegt Sociedad bei Iniesta-Abschied
Fußball International
Nachwuchs-Fußball
Niederlande holt U17-EM-Titel im Elfmeterschießen
Fußball International
Innenverteidiger
Maresic verlängert bis 2020 bei Sturm Graz
Fußball National

Für den Newsletter anmelden