So, 27. Mai 2018

Wirkte wie Linse

16.12.2011 15:52

Zwergenstern in Kugelsternhaufen nachgewiesen

Astrophysiker aus der Schweiz, Polen und Chile haben erstmals einen massearmen Zwergenstern in einer häufigen Himmelserscheinung namens Kugelsternhaufen nachgewiesen. Der Stern konnte entdeckt werden, weil er als kosmisches Vergrößerungsglas wirkte.

Kugelsternhaufen sind kugelförmige Ansammlungen sehr vieler Sterne auf engem Raum. Bisher konnten Astronomen lediglich vermuten, dass es in diesen Kugelhaufen auch massearme Sterne gibt. Angesichts der riesigen Beobachtungsdistanzen und der schwachen Leuchtkraft dieser Sterne versagen nämlich selbst moderne Teleskope, wie die Uni Zürich mitteilte.

Nun hat eine Forschungsgruppe mit Mitgliedern aus der Schweiz, Polen und Chile erstmals einen solchen Stern in einem Kugelhaufen gefunden. Der Stern liegt etwa 10.000 Lichtjahre von unserer Sonne entfernt und seine Masse ist etwa fünf Mal kleiner.

Mikrolinseneffekt machte Nachweis möglich
Den Stern nachweisen konnten die Forscher dank des sogenannten Gravitationsmikrolinseneffekts, wie sie in ihrer Studie schreiben, die im Fachmagazin "Astrophysical Journal Letters" erscheinen wird. Dieser Effekt beruht darauf, dass Licht in der Nähe von großen Massen abgelenkt, verzerrt und heller gemacht wird.

Wandert also ein Stern zufällig genau zwischen der Erde und einem anderen fernen Stern vorbei, flackert das Licht des fernen Sterns für kurze Zeit auf, da der nähere Stern wie eine Linse wirkt. Genau einen solchen Effekt konnten die Forscher mit Hilfe eines 8-Meter-Teleskops in Chile nachweisen.

Massenarmer Stern wirkte wie eine Linse
Die Detailanalyse zeigte, dass die Lichtquelle ein sonnenähnlicher Stern außerhalb eines Kugelsternhaufens namens M22 war. Als Linse dagegen wirkte ein massearmer Stern in diesem Kugelsternhaufen selbst. Damit gelang den Forschern der erste Nachweis eines solchen Winzlings in einem Kugelsternhaufen.

Der Fund erlaubt neue Aussagen über den Aufbau der Kugelhaufen. Bislang konnten Astronomen die Gesamtmasse von Kugelsternhaufen nämlich nur mithilfe der sogenannten Dunklen Materie erklären, deren Existenz aber nicht bewiesen ist. Die Existenz massearmer Sterne könnte die Dunkle Materie aber für eine Erklärung überflüssig machen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Naht der Abschied?
Ronaldo rätselhaft: „Es war sehr schön bei Real!“
Fußball International
Nach Reals CL-Triumph
Zidane jubelt: „Das ist ein historischer Moment!“
Fußball International
Frühzeitiges Final-Aus
Das Salah-Drama! Jetzt wackelt sogar die WM
Fußball International
Unglücksrabe
Karius bittet unter Tränen um Entschuldigung
Fußball International
„Sargnagel“ Karius
Liverpool-Goalie schenkt Real Madrid den CL-Titel!
Fußball International
Irres CL-Finale
Jahrhundert-Tor im Schatten zweier Mega-Patzer
Fußball International
Es ging heiß her
CL-Finale: Die Eröffnungsshow in Bildern
Fußball International

Für den Newsletter anmelden