So, 27. Mai 2018

Euro-Krise

16.12.2011 14:32

Index offenbart: Wenig Vertrauen in heimische Politiker

Die Österreicher setzen angesichts der Krise offenbar eher auf die Lösungskompetenz des Auslands: In einem neuen Index, der das Vertrauen in "politische Player in der Euro-Krise" abfragt, liegen US-Präsident Barack Obama und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel klar vor Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny und Vizekanzler Michael Spindelegger. Bundeskanzler Werner Faymann kam unter den 17 abgefragten Personen gar nur auf Rang sieben.

Für den Vertrauensindex befragten die Austria Presse Agentur und die Österreichische Marketing Gesellschaft am 12. Dezember 500 Österreicher ab 16 Jahren telefonisch, ob sie dem jeweiligen Politiker vertrauen oder nicht. Aus den Ja- und Nein-Stimmen wurde ein Saldo gebildet und dann ein Ranking erstellt.

Österreicher vertrauen Obama und Merkel
54 Prozent der Befragten vertrauen demnach Obama in Sachen Euro-Krise, 28 tun das nicht. Der US-Präsident liegt somit in der Vertrauens-Skala der Österreicher ganz klar vorne. Und auch die Kanzlerin der Deutschen bekommt hierzulande ein gutes "Euro-Zeugnis": Merkel sprechen ebenfalls 54 Prozent das Vertrauen aus, allerdings sind die Zweifler mit 32 Prozent bei ihr etwas stärker vertreten als bei Obama.

Das gute Ranking - 38 Prozent vertrauen ihm, 27 nicht - von OeNB-Gouverneur Nowotny könnte hingegen auch an seiner relativ geringen Bekanntheit liegen - immerhin 35 Prozent gaben an, ihn nicht zu kennen bzw. machten keine Angabe (bei Obama waren dies nur 18 Prozent der Befragten).

Wenig Vertrauen in "Krisenmanager" Faymann
Über einen genauso hohen Bekanntheitsgrad wie der US-Präsident (82 Prozent) darf sich dafür Vizekanzler Spindelegger freuen. Allerdings vertrauen dem Außenminister in Sachen Euro-Krise nur 42 Prozent der Befragten - 40 Prozent tun dies laut Umfrage nicht. Bundeskanzler Faymann rangiert erst drei Plätze hinter Spindelegger. Lediglich 41 Prozent vertrauen dem Kanzler als Manager der Euro-Krise, 46 Prozent misstrauen ihm. Da lag sogar Italiens Ministerpräsident Mario Monti besser. Allerdings ist dieser 47 Prozent der Befragten kein Begriff.

Finanzministerin Maria Fekter kam auf Platz zehn der Skala - 33 Prozent vertrauen ihr, 48 nicht. Einen Rang dahinter liegt Grünen-Chefin Eva Glawischnig. Bei ihr zweifelt mit 51 Prozent die Mehrheit an der Euro-Kompetenz, während 35 Prozent der grünen Klubchefin das Vertrauen aussprechen. Noch schlechter schnitt BZÖ-Obmann Josef Bucher ab. Dem Bündnis-Chef vertrauen nur 23 Prozent, 47 hingegen nicht.

FPÖ-Chef Strache mit Misstrauens-Spitzenwert
Dem FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache misstrauen ganze 60 Prozent der Befragten - der Spitzenwert des Index. Das Vertrauen in Sachen Euro-Krise sprechen dem EU-skeptischen FPÖ-Chef nur 28 Prozent der Befragten aus. Nicht allzugut weg kommen auch die Vertreter der EU-Institutionen. Am besten schneidet hier noch Jean-Claude Juncker, Chef der Euro-Gruppe, ab, der hinter Spindelegger auf Platz fünf rangiert. EZB-Chef Mario Draghi und Ratspräsident Herman Van Rompuy landeten im Mittelfeld der Liste. Recht wenig Zustimmung erfuhr Kommissionschef Jose Manuel Barroso.

Freilich sind die EU-Granden dem heimischen Volk nicht gerade ein großer Begriff: Zu Van Rompuy konnten 56 Prozent keine Angabe machen oder kannten ihn nicht, bei Draghi waren dies 60 Prozent. Barroso darf sich immerhin darüber freuen, dass zu seiner Person 66 Prozent eine Meinung hatten.

Papademos als Vertrauens-Schlusslicht
Und auch die einflussreichen Staatschefs Nicolas Sarkozy und David Cameron kommen nicht allzu gut weg: Hinter dem französischen Präsidenten und dem britischen Premier rangieren nur noch Strache und - wenig überraschend - Griechenlands Ministerpräsident Lukas Papademos. Dem Griechen vertrauen nur acht Prozent der Österreicher.

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