Mo, 28. Mai 2018

Im Südpolarmeer

16.12.2011 07:48

Trawler in Seenot: Crew kämpft im Eis ums Überleben

Die Besatzung eines russischen Fischtrawlers kämpft im Südpolarmeer ums Überleben: Die "Sparta" (Archivbild) hat ein Leck im Rumpf und droht in dem eisigen Gewässer zu sinken, teilte die neuseeländische Seenotrettung RCCNZ am Freitag mit. Helfer können die Unglücksstelle wegen des Packeises aber wahrscheinlich erst in vier Tagen erreichen. Die Crew versucht in der Zwischenzeit, das eingedrungene Wasser abzupumpen. Sollte dies nicht gelingen, hat die 32-köpfige Besatzung Ausrüstung an Bord, um notfalls eine Weile am Eis aushalten zu können. Doch die Zeit läuft.

Der Trawler geriet 3.700 Kilometer südöstlich von Neuseeland in Seenot und funkte "SOS". Vermutlich hatte er in den eisigen Gewässern der Antarktis einen Eisberg gerammt und schlug leck. Das Meer ist zu dieser Jahreszeit unberechenbar. Weil es wärmer wird, schmilzt mehr Eis und Eisschollen geraten in Bewegung.

Das 48 Meter lange Boot habe laut dem Koordinator der Seenotrettung, Ramon Davis, 1,50 Meter unter der Wasseroberfläche ein 30 Zentimeter breites Loch in der Bordwand und bereits 13 Grad Schlagseite. Im Dauereinsatz pumpt die Besatzung Wasser ab. "Bisher gelingt es ihnen, so viel Wasser abzupumpen wie eindringt", sagte Davis. "Wenn sie aber mehr Wasser rauspumpen können, wird der Trawler vielleicht leicht genug, und das Leck kommt über die Wasseroberfläche - dann könnte die Crew es reparieren", so die Hoffnung.

Hilfe "von oben" und auch jene von anderen Schiffen schwierig
Um mehr abpumpen zu können, wird laut Davis nun überlegt, ob aus der Luft weitere Pumpen an Bord gebracht werden könnten. Jedoch gestaltet sich diese Hilfe "von oben" schwierig. Zwar sei ein Flugzeug von der US-amerikanischen Antarktisstation McMurdo aus gestartet. Jedoch konnte es nicht auf dem Meereis landen, sondern zunächst lediglich Aufklärung über die Eislage liefern, sagte Davis. Den Angaben zufolge ereignete sich das Unglück unweit vom Schelfeis.

Auch Schiffe könnten keine schnelle Hilfe leisten. Das rund 540 Kilometer entfernte Schwesterschiff der "Sparta", die "Chiyo Maru No. 3", versucht zwar, dem Havaristen zu Hilfe zu kommen, jedoch ist es selbst nur begrenzt in der Lage, Eis zu brechen. Ein nur 34 Kilometer entferntes Schiff habe keine Chance, sich einen Weg durch das Eis zu bahnen. Das nächstgelegene eistaugliche Schiff sei laut Seenotrettung die neuseeländische "San Aspiring", die aber fast 850 Kilometer entfernt sei und für die Fahrt vier bis fünf Tage benötige.

Crew muss wohl ziemlich lange auf Hilfe warten
Die Besatzung aus 16 Indonesiern, 15 Russen und einem Ukrainer ist nach Angaben der Neuseeländer in Sicherheit. Einige sitzen in Rettungsbooten, um das Gewicht des Trawlers zu reduzieren. Die Crew müsse wohl "ziemlich lange warten", bis Hilfe kommt, heißt es. Allerdings seien Schutzanzüge und weiteres Material an Bord, sodass die Besatzung auf dem Eis überleben könne, selbst wenn das Schiff aufgegeben werden müsse.

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