Fr, 25. Mai 2018

"Rauchen ist sexy!"

21.12.2011 13:33

Die häufigsten Irrtümer rund um das Thema Rauchen

Endlich das Rauchen aufhören – das haben sich schon viele Raucher vorgenommen und greifen dennoch immer wieder zum Glimmstängel. Denn rund um das Thema Rauchen rankt sich ein hartnäckiger Dschungel an Irrtümern, die Raucher daran hindern, ihr "lieb gewonnenes" Laster aufzugeben.

Obwohl Raucher nur zu genau um die schwerwiegenden Folgen des Tabakkonsums wissen, finden sie viele Argumente, mit denen sie sich ihre Abhängigkeit schönreden. Zu den am meisten verbreiteten Mythen rund um das Thema Rauchen zählen:

Mythos 1: "Rauchen ist sexy!"
Ein Irrtum, denn: Neben Mundgeruch und einem dreimal höheren Parodontose-Risiko haben Raucher häufig Probleme mit Verfärbungen an Zähnen und Fingern. Zudem beschleunigt das Rauchen die Hautalterung und macht einen fahlen Teint. Auch verschlechtert Rauchen die Durchblutung, was bei männlichen Rauchern langfristig sogar zu Impotenz führen kann.

Mythos 2: "Rauchen ist gut für die Figur"
Stimmt so nicht! Ein Raucher wiegt im Durchschnitt etwa 3,5 Kilo weniger als ein Nichtraucher. Rauchen dämpft den Appetit und steigert den Grundumsatz des Körpers um zirka 200 Kalorien. Während der Entwöhnung setzt das natürliche Hungergefühl wieder ein, welches durch den Zigarettenkonsum unterdrückt wurde. Mehr Kilos auf der Waage nach dem Rauchstopp zeigen also nur, dass der Körper wieder auf natürliche Weise arbeitet.

Mythos 3: "Leichte Zigaretten sind weniger schädlich"
Falsch, denn hinter dieser Annahme steckt ein grober Denkfehler. Viele Raucher glauben, dass Light- oder Ultralight-Zigaretten weniger Teer oder andere Schadstoffe enthalten. Für diese Bezeichnungen gibt es aber keine definierten Grenzwerte. Reine Augenauswischerei also, denn letztlich nehmen Raucher mit den Glimmstängeln in Light-Version eine ähnliche Menge an gesundheitsschädlichen Stoffen auf wie mit stärkeren Zigaretten. Wer auf Light-Zigaretten umsteigt, raucht unbewusst mehr Zigaretten bzw. mehr Züge pro Zigarette, um seine Sucht zu befriedigen.

Außerdem werden Light-Zigaretten tiefer inhaliert und die Schadstoffe können tiefer in die Lunge eindringen. Daher sind inzwischen in 160 Ländern, auch in Österreich, jegliche Angaben wie "Light" oder "Ultralight", die den Anschein einer "gesünderen" Zigarette erwecken, verboten.

Mythos 4: "Eltern übertreiben, wenn sie Raucher meiden!"
Mit Sicherheit nicht! Kinder, die regelmäßig Rauch ausgesetzt sind und passiv mitrauchen, haben ein höheres Risiko, an Asthma zu erkranken. Im Urin von Kleinkindern, die dem Rauch von mehr als 27 Zigaretten pro Woche ausgesetzt waren, konnten amerikanische Wissenschaftler ein krebserregendes Abbauprodukt aus dem Zigarettenrauch nachweisen – von Übertreibung kann also keine Rede sein!

Mythos 5: "Rauchen entspannt!"
Im Gegenteil: Rauchen bedeutet Stress für den Körper. Nach einer Zigarette steigt der Blutdruck an und das Herz schlägt schneller. Das ist alles andere als Entspannung für den Körper. Dass sich Raucher nach dem Tabakkonsum dennoch oft entspannter und weniger gestresst fühlen, liegt in erster Linie am anschließenden Nachlassen der Entzugssymptome.

Mythos 6: "Ich weiß alles über die Inhaltsstoffe meiner Zigaretten!"
Wirklich? Menthol ist die Nummer eins unter den Zusatzstoffen, welche die Tabakindustrie Zigaretten beimischt – auch in Nicht-Mentholzigaretten ist es enthalten. Trügerisch, denn dadurch verursacht der Rauch kaum unangenehmes Kratzen im Hals und kann tiefer inhaliert werden. Zudem erweitert Menthol die Bronchien, wodurch die Schadstoffe noch tiefer in die Lunge vordringen.

Eine ähnliche Funktion übernehmen Lakritze und Kakao: Lakritze mindert die Schleimhautreizung und Kakaoextrakte weiten die Oberfläche der Lunge. Somit können die Inhaltsstoffe der Zigarette noch besser aufgenommen werden. Zu diesen Inhaltsstoffen zählen "vertraute" Substanzen wie Ammoniak (u.a. in Putzmitteln), Arsen (u.a. in Rattengift), Phenol (u.a. in Unkrautvernichtungsmittel), Blei und Nickel (u.a. in Batterien), Benzol und Teer.

Um den Schadstoff-Cocktail geschmacklich "aufzupeppen", setzen Tabakhersteller der Zigarette zusätzlich Aromastoffe bei, z.B. Ahornsirup, Honig, Wein, Kaffee und Tee. Schönreden und Weiterrauchen bringt nichts, denn die gängigen Rauchermythen sind schlicht Humbug. Nur ein endgültiger Rauchstopp ermöglicht den Start in ein langes und gesünderes Leben.

Und wie sag' ich jetzt "Servus, Tschick, baba!"?
Zwei Drittel aller Raucher möchten mit dem Rauchen aufhören. Doch auch wenn es immer heißt, guter Wille allein genüge, sieht es in der Realität anders aus. Der erfolgreichste Weg, um sich dauerhaft von der Zigarette zu verabschieden, liegt in der Kombination von kompetenter fachlicher Beratung durch Arzt oder Apotheker und Nikotinersatzprodukten. Diese erleichtern den Rauchausstieg und können individuell eingesetzt werden. Gewählt werden kann zwischen Pflaster, Kaugummi, Sublingualtabletten und Inhalationen. Die Vorteile: Durch den vorübergehenden Einsatz der Nikotinersatzprodukte werden Entzugserscheinungen gemindert und das Verlangen nach Zigaretten sinkt.

Noch ein paar erprobte Tipps einer Ex-Raucherin aus der Redaktion: An den ersten Tagen nach der letzten Zigarette versuchen, Situationen zu meiden, in denen man immer geraucht hat. Also auch einmal auf Kaffee verzichten, ein paar Tage nicht ausgehen und statt der Morgenzigarette lieber am offenen Fenster frische Luft schnappen und ein paar Gymnastikübungen machen. Ebenfalls hilfreich: ein Krug Wasser am Schreibtisch und immer trinken, wenn die Lust auf eine Zigarette kommt. An Rauchern schnuppern, es kommt ein Zeitpunkt nach dem Aufhören, wo diese einem so richtig zu stinken anfangen. Das legt sich später wieder, hilft aber am Anfang ungemein.

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