So, 27. Mai 2018

"Türkei vs. Israel"

10.12.2011 18:13

Gül und Barak führen in Wien Polit-Posse auf

Wie die Kinder haben sich der türkische Staatspräsident Abdullah Gül (links) und Israels Verteidigungsminister Ehud Barak (rechts) in Wien benommen. Beide waren Teilnehmer der hochkarätig besetzten "World Policy Conference", die seit Freitag in der Hofburg stattfindet. Als es zu einem gemeinsamen Mittagessen kommen sollte, seilte sich Gül kurzerhand zu einem Spaziergang ab. Barak revanchierte sich später, indem er die Konferenz vor Güls Rede verließ.

Abdullah Gül konnte auf diese Weise die Sehenswürdigkeiten Wiens ausgiebig bewundern und anschließend noch eine Moschee im Stadtteil Favoriten besuchen, wo er am Gebet teilnahm. Dieses Programm zog er jedenfalls dem Mittagessen bei Bundespräsident Heinz Fischer vor, an dem auch der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak teilnahm. Das bestätigte am Samstag der Chefredakteur der Zeitung "Zaman", Seyit Arslan.

Türkische und israelische Medien berichteten, dass Gül seine Teilnahme an dem von Bundespräsident Fischer gegebenen Mittagessen kurzfristig ausfallen ließ, weil er mit Barak nicht an einem Tisch sitzen wollte. Er habe auch ein Gruppenfoto verweigert. Der israelische Verteidigungsminister wiederum habe sich revanchiert, indem er mit seiner Delegation die Konferenz verließ, bevor Gül dort sprach.

Beziehungen seit Gazaflotten-Vorfall angespannt
Die Beziehungen der Türkei zu Israel sind seit längerer Zeit äußerst angespannt: Ankara fordert eine Entschuldigung für den Tod von neun türkischen Aktivisten bei der Erstürmung der Gaza-Hilfsflotte durch israelische Soldaten im Mai 2010 (siehe Infobox). Weil sich die israelische Regierung weigert, wies Ankara Anfang September den israelischen Botschafter aus.

Bei der dreitägigen internationalen "World Policy Conference" treffen sich Spitzenpolitiker, Kirchenführer, Experten und Wirtschaftsvertreter aus aller Welt. Unter den rund 150 offiziellen Teilnehmern sind neben anderen Bundespräsident Heinz Fischer, der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel, sowie Amr Moussa, früherer Generalsekretär der Arabischen Liga und ägyptischer Präsidentschaftskandidat. Auch EU-Ratspräsident Herman van Rompuy hat sich angesagt.

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