Fr, 24. November 2017

Vater fast blind

09.12.2011 08:42

Dieb beklaut Mann im Rollstuhl bei Ausflug in Linz

Wie skrupellos, wie herzlos kann man sein? Denn Menschen mit Behinderung auszuplündern, ist das Allerletzte. Einer Familie aus Atzbach in Oberösterreich ist genau das bei einem Vorweihnachtsausflug nach Linz passiert: Ein Dieb stahl einem 37-jährigen Rollstuhlfahrer, der von seinem fast blinden Vater begleitet wurde, die Tasche mit 170 Euro.

"Unserem Sohn taugt das Bahnfahren, deshalb machen wir öfter Ausflüge mit dem Zug", erzählt Manfred Stelzmüller (66) von der Tagestour nach Linz. Die Eltern Annemarie (59) und Manfred Stelzmüller hatten sich mit dem schwer behinderten Sohn im Eingangsbereich einer Bäckerei zu einem Imbiss hingesetzt, als der Dieb zuschlug.

"Ich habe nur zehn Prozent Sehfähigkeit und meine Frau hat sich um Bernhard gekümmert. Plötzlich war die Tasche verschwunden", berichtet der 66-jährige Vater. Damit waren alle Dokumente, wie Führerschein, die Bahnfahrkarten und 170 Euro für Weihnachtseinkäufe weg.

Teil der Beute wieder aufgetaucht
Die Unverschämtheit des Diebes ärgert die Familie sehr. Umso mehr freut sie die Hilfsbereitschaft anderer. So gab's, nachdem die Polizei bei den ÖBB die Lage geschildert hatte, eine Gratis-Heimfahrt mit dem Zug. Und ein Herr meldete sich, der die Tasche im Gebüsch fand. Da das Handy noch drinnen war, rief er eine gespeicherte Nummer an, und erreichte so den Bruder von Manfred Stelzmüller.

"Das Geld, den Führerschein und den Zulassungsschein hat der Dieb mitgenommen. Und der Finder brachte die Tasche sogar noch zur Polizei am Bahnhof, damit wir sie schnell wiederbekommen. Und er verzichtete auf Finderlohn", sieht Familie Stelzmüller trotz all des Ärgers und der Probleme das Positive.

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