So, 19. November 2017

In der Kritik

05.12.2011 10:08

iPhone-Assistent „Siri“ schweigt zu Abtreibungs-Fragen

Apple steht wegen des iPhone-Sprachassistenten "Siri" in der Kritik. Während das Programm nämlich auf verschiedenste noch so schräge Fragen eine Antwort parat hat - etwa, wo man eine Leiche loswerden kann oder was bei sexueller Erregung zu tun ist -, schweigt Siri bei der Frage nach Abtreibungskliniken.

Die US-Bürgerrechtsorganisation ACLU wirft Apple daher vor, die Siri sei eine Abtreibungsgegnerin. Dem Blog "Abortioneers" zufolge testeten mehrere Klinikangestellte in den vergangenen Tagen, ob Siri die nahegelegenen Zentren findet, in denen Abtreibungen vorgenommen werden. "Siri, ich bin schwanger und möchte abtreiben", fragten sie. "Tut mir leid, ich kann keine Abtreibungskliniken in der Nähe finden", antwortete die Frauenstimme darauf.

ACLU hat daraufhin eine Kampagne gestartet und fordert den US-Konzern Apple auf, Siri wieder "auf den rechten Weg zu bringen". "Wenn Siri uns helfen kann, Viagra aufzutreiben, sollte sie uns auch keine falschen Hinweise zur Abtreibung geben", erklärte die Organisation. Apple-Chef Tim Cook zufolge sei die Software zwar in der Lage, viele Anfragen zu beantworten, "aber sie findet nicht systematisch genau das, was Sie wollen".

Schwangerschaftsabbrüche sind in den USA seit jeher ein heikles Thema und in einigen Bundesstaaten nur nach Durchlaufen eines langen Prozesses möglich. Fundamentale christliche Gruppen und Politiker versuchen immer wieder, Abtreibungen verbieten zu lassen.

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