Do, 24. Mai 2018

Wirkt wie Impfung

02.12.2011 15:46

Gentherapie schützt Mäuse vor einer HIV-Infektion

Auf dem steinigen Weg zu einem Impfstoff gegen die Immunschwächekrankheit Aids ist ein Forscherteam in Kalifornien offenbar einen Schritt vorangekommen. Eine genetische Veränderung bei Mäusen führt dazu, dass diese Antikörper gegen das für Menschen lebensgefährliche HI-Virus bilden.

Am California Institute of Technology ist es einem Team um David Baltimore gelungen, bei Mäusen die Widerstandskraft gegen das HI-Virus (im Bild grün) mithilfe der Breitband-Antikörper gleichsam genetisch hervorzurufen. Mittels sogenannter Gen-Fähren hatten die Wissenschaftler Erbinformationen für den Bau von Virus-neutralisierenden Antikörpern (kurz NAb) in die Muskelzellen von Mäusen eingeschleust. Die derart manipulierten Versuchstiere ertrugen das 125-Fache der Menge an Aids-Viren, die normalerweise bei Mäusen eine Infektion hervorruft. Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet, heißt es in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Nature", wo die Studie veröffentlicht wurde.

Wirkt ähnlich wie eine Impfung
Das angewandte Verfahren wirke ähnlich wie eine Impfung, belaste das Immunsystem aber nicht, weil es die Antikörper nicht erst entwickeln müsse, sagte Alejandro B. Balazs, der zu dem Forschungsteam gehört. Die Übertragung der Ergebnisse auf den Menschen sei aber kompliziert. "Wir wecken nicht die Hoffnung, dass wir das Problem beim Menschen schon gelöst haben", erläuterte David Baltimore. Der Schutzeffekt bei Mäusen sei aber nicht zu bestreiten.

Antikörper mit der Fähigkeit zum Widerstand gegen HI-Viren sind bei einigen Menschen angeboren, die damit gegen Aids geschützt sind. Die Forscher haben bislang 20 sogenannte Breitband-Antikörper (BNAb) aufgelistet, die im Kampf gegen das HI-Virus wirksam sein könnten. Allerdings sind ihre Wirkweisen noch nicht genau erfasst.

Bereits 25 Millionen Aids-Tote
Die Immunschwächekrankheit Aids, die vom HI-Virus verursacht wird, hat seit ihrem Bekanntwerden 1981 bei mindestens 25 Millionen Menschen zum Tod geführt. Noch immer gibt es keine verlässliche Präventionsmöglichkeit über Impfstoffe. Bei einem klinischen Versuch wurde bislang als Maximalwert ein 31-prozentiger Schutz gegen eine HIV-Infektion erreicht.

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