Di, 22. Mai 2018

Micky zum Anfassen

02.12.2011 12:21

Kinect bringt das "Disneyland" ins Wohnzimmer

Der Weg nach Paris ist weit, der nach Orlando, Florida, sogar noch weiter. Doch warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nahe liegt? Das dürfte sich auch Microsoft gedacht haben und erfüllt nun allen jungen und jung gebliebenen Disney-Fans zum Weihnachtsfest mit "Kinect: Disneyland Adventures" einen lang ersehnten Traum: den berühmtesten Freizeitpark der Welt mitsamt seiner beliebten Figuren in den eigenen vier Wänden erleben zu können.

"Es ist ein wundervoller Ort, an dem sich die Menschen in ihre Kindheit zurückversetzt fühlen und dessen Zweck einzig und allein darin besteht, zu unterhalten. Das gilt für viele Freizeitparks, aber mit Disney verbinden wir einfach so viele positive Erinnerungen, von Pinocchio über Pu der Bär, Micky Maus, Donald Duck und Goofy", erklärt David Braben im Interview mit krone.at die Faszination an Disneyland.

Braben muss es wissen. Der legendäre britische Entwickler ("Elite") und Gründer der Spieleschmiede Frontier Developments zeichnet für "Kinect: Disneyland Adventures" verantwortlich. Zusammen mit seinem Team wurde ihm die Ehre zuteil, eine nahezu perfekte Kopie des Original-Disneylands zu erstellen – angefangen von der Main Street mit ihren kleinen Geschäften im Stil der 50er-Jahre über das futuristische Tomorrowland, Mickey's ToonTown oder das Frontierland mit seinem berühmten "Big Thunder Mountain".

Virtuelles Knuddeln mit Micky und Co.
Von der realen in die virtuelle Welt übertragen wurden freilich nicht nur die Kulissen der einzelnen Parkabschnitte, sondern auch ein Großteil der in ihnen beheimateten Attraktionen – inklusive des dazugehörigen Designs, der musikalischen Untermalung und, für Fans wohl am Allerwichtigsten, der berühmtesten Disney-Figuren. Mehr als 40 von ihnen haben es ins Spiel geschafft. Verstreut über das gesamte Areal, laden sie zum kurzen Plausch ein, geben Autogramme, posieren für ein Foto oder lassen sich drücken – dank Microsofts Bewegungssteuerung Kinect braucht man dafür lediglich die Arme auszustrecken.

Abenteuer in Hülle und Fülle
Micky, Donald, Schneewittchen, Peter Pan und Co. dienen jedoch nicht allein der Zierde, sondern versorgen den Spieler auch mit Aufträgen. Laut Microsoft haben es über 100 - mal mehr, mal weniger große - Abenteuer ins Spiel geschafft. Die Palette erstreckt sich von simplen Botengängen über eine Hufeisenjagd mit Cowboy Woody bis hin zu einem Ausflug mit Mogli, Balu und dem Rest der Dschungelbuch-Bande, um nur einige Beispiele zu nennen. Als Belohnung winken Münzen, die dann in einem der insgesamt acht Disneyland-Shops in Autogrammbücher, Merchandise, Fotoalben oder Kostüme investiert werden können.

Frei begehbare Spielwelt
Im Park selbst gibt es darüber hinaus zahlreiche andere Geheimnisse zu entdecken, darunter neben verzauberten Objekten, die zum Leben erweckt werden können, etwa die versteckten "Mickys": Der charakteristische Kopf der Comic-Maus mit seinen beiden Ohren verbirgt sich beispielsweise in Büschen und Hecken und kann nur dann ausgemacht werden, wenn man aus der richtigen Perspektive darauf schaut. Letzteres ist glücklicherweise kein Problem, denn im gesamten Park können sich die Spieler frei bewegen. "Die größte Herausforderung bei der Entwicklung war, eine Navigation in einer offenen Spielwelt zu ermöglichen, und zwar so, dass Kinder dafür keine Anleitung benötigen", erklärt Braben.

Das Problem wurde überzeugend und recht simpel gelöst: Um sich durch den Park zu bewegen, reicht es aus, mit dem Unterarm in die entsprechende Richtung zu zeigen. Ohne großen Aufwand kann man sich so durch die dichten Menschenmaßen drängen. Einzig bei engen Kurven und schnellen Richtungswechseln kommt das System gelegentlich aus dem Konzept. In diesem Fall genügt es, den Arm hochzuheben, um anzuhalten und sich neu "auszurichten", oder – für Geh-Faule – man streckt beide Arme nach oben und öffnet das Menü, um die acht unterschiedlichen Gebiete des Parks schnell zu bereisen.

Mehr als 20 Attraktionen für Groß und Klein
Auf dieselbe Art und Weise gelangt man auch zu den über 20 Attraktionen, die den vielen echten Sehenswürdigkeiten des Parks nachempfunden sind oder zumindest von diesen inspiriert wurden. Im Gegensatz zu der frei begehbaren Außenwelt von Disneyland, geht es innerhalb der Attraktionen auf zumeist recht streng vorgegebenen Pfaden zur Sache. Dem Spaß tut dies allerdings keinen Abbruch und so fliegt man mit Peter Pan über London, fährt das Matterhorn mit einem Schlitten hinab, ballert sich im "Space Mountain" durchs Weltall oder übt sich zusammen mit Arielle und anderen Disney-Schönheiten im Gesellschaftstanz. Das alles ohne Controller und auf Wunsch auch zu zweit, kann ein Mitspieler doch jederzeit ins Geschehen einsteigen.

Stimmungsvoll in Szene gesetzt
So abwechslungsreich wie die unterschiedlichen Attraktionen und ihre Figuren, so vielseitig auch die Präsentation. Das gilt nicht nur für die Grafik, sondern auch für den Sound, die Musik und nicht zuletzt die Original-Synchronstimmen der einzelnen Charaktere. Zusammen schaffen sie unterm Strich eine Atmosphäre, die jene des realen Parks zwar nicht ersetzen kann, dieser aber zumindest gerecht wird. Zwei entscheidende Vorteile bringt die Kinect-Ausgabe des Disneyland Parks jedenfalls mit sich: Man muss sich für das Vergnügen nicht ins Auto oder das nächste Flugzeug setzen, und - noch wichtiger – man muss sich für den Spaß nicht anstellen. Es sei denn, es wollen mehr als zwei Spieler ins virtuelle Disneyland.

Fazit: Man muss kein großer Disney-Fan oder schon einmal in Disneyland gewesen sein, um dem Charme von "Kinect: Disneyland Adventures" zu erliegen. Mit an die 100 Stunden Gameplay bietet der virtuelle Ausflug in den berühmtesten Freizeitpark der Welt Abenteuer für jeden Geschmack und jedes Alter, die sich dank Kinect unkompliziert erleben lassen und vor allem eines machen: Spaß.

Plattform: Xbox 360 (erfordert Kinect)
Publisher: Microsoft
krone.at-Wertung: 8/10

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