Mo, 18. Dezember 2017

Vormals haftunfähig

02.12.2011 13:07

"Kindermasseur" aus NÖ droht nun erneut Prozess

Der wegen sexuellen Missbrauchs verurteilte Wiener Neustädter "Kindermasseur", der seine Strafe - wie berichtet - wegen Haftunfähigkeit zunächst nicht antreten musste, wird erneut angeklagt. Staatsanwalt Erich Habitzl erklärte, dass dem 46-Jährigen unter anderem die Vergewaltigung eines Mannes, sexueller Missbrauch von Unmündigen sowie die Herstellung und Weitergabe von Kinderpornos zur Last gelegt werden.

Die mehr als zehn Vorwürfe umfassende Anklage sei dieser Tage beim Landesgericht eingebracht worden. Sie sei aber noch nicht rechtskräftig, verwies Habitzl auf die zweiwöchige Frist für eine Berufung.

Wirbel um Haftunfähigkeit
2008 war der 46-Jährige wegen sexuellen Missbrauchs von Unmündigen und versuchter Vergewaltigung zu vier Jahren Haft verurteilt worden, Ende Juli 2009 wurde die Verurteilung des Mannes rechtskräftig. Die Haft antreten musste der Wiener Neustädter trotzdem nicht - wegen einer "organisch bedingten Persönlichkeitsstörung" war der Mann für haftunfähig erklärt worden.

Bei einer neuerlichen Hausdurchsuchung am 2. Mai 2011 wurden dann zahlreiche Datenträger mit Kinderpornos und Fotos sichergestellt. Die Auswertung des Materials habe ergeben, dass der Beschuldigte als Produzent agiert haben dürfte, berichtete das Landespolizeikommando. Er hatte sich zudem in etlichen Inseraten als "Privatlehrer" und "Kindermasseur" ausgegeben und soll so seine Opfer angelockt haben.

Der Niederösterreicher wurde am 4. Mai fest- und in U-Haft genommen. Hier spielte die Haftfähigkeit laut Gericht keine Rolle. Ein neues Gutachten brachte schließlich die Wende - der Antrag des Mannes auf Aufschub wurde abgewiesen, er wurde im August in Strafhaft genommen.

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