Sa, 18. November 2017

Posthumes Album

01.12.2011 09:41

„Hidden Treasures“ mit 12 Songs von Amy Winehouse

Nur wenige Monate nach ihrem tragischen Tod und pünktlich zum Weihnachtsgeschäft erscheint am Freitag ein neues Album von Amy Winehouse. Zusammengestellt wurde die Platte, die den Titel "Lioness: Hidden Treasures" trägt, von ihren langjährigen musikalischen Weggefährten Salaam Remi und Mark Ronson in Zusammenarbeit mit der Familie von Winehouse, ihrem Management und der Plattenfirma.

Dass es Winehouse wegen ihrer Eskapaden in den letzten Jahren einfach viel zu selten ins Studio geschafft hat, zeigt ein Blick auf die Entstehungsdaten der auf "Lioness: Hidden Treasures" (Löwin: Versteckte Schätze) enthaltenen Songs. Zwei Drittel der zwölf Tracks sind zwischen 2002 und 2006 und damit vor oder während der Aufnahmen zu ihren beiden Erfolgsalben "Frank" (2003) bzw. "Back To Black" (2006) entstanden. Trotzdem ist es den Produzenten Remi und Ronson, die sich laut eigenen Angaben durch Tausende Stunden von Bändern der Sängerin gewühlt haben, gelungen, ein relatives homogenes Werk zusammenzustellen, das vor allem durch seinen warmen Sound besticht.

"Hätte die Familie das Gefühl gehabt, dass das Album nicht den Standards ihrer ersten beiden Alben, 'Frank' und 'Back To Black', entspräche, hätten wir niemals zugestimmt", wurde der Vater der Sängerin, Mitch Winehouse, im September von der englischen Tageszeitung "The Sun" zitiert. "Aber als wir uns alle zusammengesetzt und das Album gehört haben, habe ich zum ersten Mal die ganze Breite ihres Talents zu schätzen gewusst."

Zahlreiche Coverversionen
Bei einem Großteil der Songs auf "Lioness: Hidden Treasures" handelt es sich um Coverversionen von Pop- bzw. Jazz-Klassikern, daneben finden sich auf der Platte einige alternative Takes von bereits veröffentlichten Songs, wie etwa das melancholische "Tears Dry" (das auf "Back To Black" in einer Uptempo-Version enthalten ist), eine langsame Fassung ihres Hits "Valerie" und ein One-Take-Demo von "Wake Up Alone", dem ersten Titel, der bei Sessions für das "Back To Black"-Album im März 2006 aufgenommen wurde.

Zu den stärksten Aufnahmen der CD gehören die Reggae-Version des Doo-Wop-Klassikers "Our Day Will Come" (anno 1963 ein Nummer-1-Hit für die US-Formation Ruby & The Romantics), eine wunderbare Fassung des von Carol King geschriebenen The-Shirelles-Hits "Will You Love Me Tomorrow", die ein wenig klingt, als wäre er von Phil Spector produziert worden, das ruhige "Halftime" sowie "Like Smoke", eine Zusammenarbeit Amys mit dem New Yorker Rapper Nas, die 2008 entstanden ist.

Nur vier Stücke jüngeren Datums
Lediglich vier Stücke des neuen Albums der "Löwin" sind jüngeren Datums: das bereits erwähnte "Like Smoke", "Between The Cheats", ein Song aus der Feder Winehouses, der 2008 für ein geplantes drittes Album in London eingespielt wurde, eine emotionale Version des Leon-Russell-Klassikers "A Song For You" (entstanden im Frühjahr 2009) sowie ihre letzte Aufnahme – ein gefühlvolles Duett des Jazz-Klassikers "Body & Soul" mit Tony Bennett (Bericht in der Infobox), das im März dieses Jahres in den berühmten Abbey-Road-Studios von Phil Ramone produziert wurde.

Fazit: Ein Dutzend Aufnahmen, die das Potenzial von Winehouse, die bis zu ihrem tragischen Tod (Bericht in der Infobox) ohne Zweifel eine der talentiertesten Sängerinnen der jüngeren Pop-Geschichte war, zwar andeuten, aber bei Weitem nicht ausschöpfen können. Obwohl auf dem Silberling Aufnahmen aus knapp einem Jahrzehnt versammelt sind, vermittelt das Album eine innere Geschlossenheit und klingt überraschend homogen. Eine solide Veröffentlichung, die in den Verkaufscharts wohl rasch nach oben schießen wird, und somit eine sichere Bank für die Plattenfirma im bevorstehenden Weihnachtsgeschäft wird.

7 von 10 Löwinnen

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