Di, 21. November 2017

Peinlich und riskant

25.11.2011 09:58

GB: Verteidigungs-Ministerium verliert Unmengen Technik

Der Verlust sensibler Datenträger hat in Großbritannien so etwas wie Tradition, schon 2008 unterliefen der britischen Regierung zahlreiche peinliche wie gefährliche Pannen. Viel gelernt haben die Beamten offenbar nicht, denn wie nun herausgekommen ist, hat allein das britische Verteidigungsministerium in den letzten 18 Monaten Hunderte PCs, Handys, USB-Sticks und mehr verloren.

188 Laptops, 99 Desktop-PCs, 72 Festplatten, 73 USB-Sticks, 28 Handys sowie 194 CDs und DVDs seien allein in den letzten eineinhalb Jahren von Beamten des britischen Verteidigungsministeriums verloren worden, musste dessen parlamentarischer Staatsekretär Andrew Robathan nun zugeben, berichtet die "Daily Mail".

Auch 150 Backup-Festplatten, auf denen Informationen gespeichert wurden, sind verschwunden. Dazu kommen 135 weitere Gegenstände wie Radios, Sticks für mobiles Internet und Kameras. Dabei dürfte zahlreiche Technik nicht einfach verlegt, sondern gestohlen worden sein. Allein bei einem Vorfall in Deutschland seien 21 Laptops entwendet worden, so Robathan.

Staatsekretär versucht zu beruhigen

Dass ausgerechnet das Verteidigungsministerium Unmengen an Technik und damit auch sensiblen Daten verliert, sorgt in Großbritannien naturgemäß für Aufregung. Robathan versucht zu beruhigen - die Geräte seien verschlüsselt oder verfügten über andere Sicherheitsvorkehrungen.

Man nehme jedes Verschwinden und jeden Diebstahl von Kommunikations- und Informationssystemen sowie Datenträgern sehr ernst, so Robathan in einer schriftlichen Antwort ans britische Parlament. Es gebe "robuste Maßnahmen", um solche Vorfälle zu vermeiden und im Fall des Falles zu managen. Zudem sei eine Verbesserung erkennbar: So waren 2008 noch 326 Laptops verloren worden, im Jahr darauf 129. Bei über 250.000 Mitarbeitern weltweit seien solche Vorkommnisse zudem unvermeidbar.

Datenpannen am laufenden Band im Jahr 2008
Schon 2008 geriet die britische Regierung wegen des laxen Umgangs mit sensiblen Daten und Staatseigentum unter Beschuss (siehe Infobox). Binnen weniger Monate verschwanden unter anderem Festplatten mit Daten von 100.000 Armeeangehörigen und 600.000 Armee-Bewerbern sowie ein Laptop mit Daten von 100.000 Pensionisten. Zudem wurden Festplatten mit Daten Tausender Angehöriger der Royal Air Force gestohlen sowie von etwa 5.000 Beamten, außerdem CDs mit persönlichen Angaben von 25 Millionen Kindergeldempfängern.

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