Mi, 22. November 2017

Angst und Paranoia

25.11.2011 10:23

Miller: „War in Netz von Überwachung gefangen“

Sie habe unter Angstzuständen und Paranoia gelitten - und bis heute müsse sie noch hart mit sich kämpfen, um die Erfahrungen mit den aufdringlichen und teils illegalen Methoden der britischen Presse zu verarbeiten, so Sienna Miller. "Ich war in einem wahren Netz von Überwachung gefangen", sagte die Britin am Donnerstag vor einem Ausschuss zur Neuregelung des britischen Pressekodex.

Um die Jahre 2005 bis 2008 hätten Reporter der mittlerweile eingestellten Zeitung "News of the World" trotz vieler Nummernwechsel ihre Telefone abgehört, ihre E-Mail-Passwörter geknackt und Fotografen auf sie gehetzt. Durch die ständige Beobachtung habe sie sich "sehr verletzt und sehr paranoid und ständig ängstlich" gefühlt, so die 29-Jährige. "Es fühlte sich an, als lebte ich in irgendeiner Art Videospiel."

Oft seien sehr persönliche Geschichten über sie erschienen, von denen außer den engsten Freunden und Familienmitgliedern eigentlich niemand gewusst haben konnte. "Ich habe meine Freunde und meine Familie beschuldigt, Geschichten zu verkaufen, und sie wiederum haben sich auch gegenseitig beschuldigt", sagte Miller. "Ich fühle mich schrecklich, weil ich Leute beschuldigt habe, die eher sterben würden, als mich zu betrügen."

Miller wurden im Mai dieses Jahres als erstem Opfer des Abhörskandals von einem Gericht 100.000 Pfund (116.198 Euro) Entschädigung zugesprochen. Bei "News of the World" waren jahrelang Telefone von Prominenten, Mitarbeitern des Königshauses und sogar Mordopfern angezapft worden. Das Blatt, das zum Medienimperium von Rupert Murdoch gehört, wurde im Juli eingestellt. Der richterliche Ausschuss soll neue Wege für die Presseethik in Großbritannien festlegen.

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