Sa, 16. Dezember 2017

CD-Nachfrage sinkt

18.11.2011 10:04

Sony baut Stellen im salzburgischen Anif ab

Dunkle Wolken über Sony: Nachdem bereits vorige Woche die Belegschaft im salzburgischen Anif und Thalgau von Kündigungsplänen überrumpelt wurde, hat es nun erste Verhandlungen mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft gegeben, die auf einen Sozialplan auch für Leiharbeiter drängt. Wie viele der 800 Mitarbeiter vom Stellenabbau betroffen sind, ist noch unklar.

Sony-DADC-Boss Dieter Daum war in Los Angeles, als in der vorigen Woche der geplante Personalabbau aufflog. Sein Vorstandskollege Christian Reiser war – ebenfalls dienstlich – in London. Beide Manager brachen ihre Auslandsreisen ab, um in den Sony-Werken Anif und Thalgau die verunsicherte Belegschaft zu beruhigen. Am Montag legten die beiden bei einem eilig einberufenen Gespräch mit Gewerkschaft und Betriebsrat offen, was bei Sony zu erwarten ist:

  • Die Nachfrage nach CDs und DVDs sinkt deutlich.
  • Zugleich hat Sony bei den neuen Blu-ray-Discs in Europa Erfolg – man erzeugt sechs von zehn Blu-rays.
  • Weil die Konkurrenz die Preise drückt, plant Sony-DADC eine Senkung der Kosten – in allen vier Werken in Europa wird deshalb "neu strukturiert", wie es beschwichtigend im Jargon der Manager heißt.

Diese Einsparung geht zu Lasten vor allem des Werkes in Anif. Viele der hier erzeugten CDs werden schon jetzt per Lkw ins Sony-Werk nach Pilsen gekarrt und erst dort verpackt – im tschechischen Betrieb sind die Personalkosten mit sechs bis zehn Euro in der Stunde deutlich geringer als in Österreich, wo die Stunde 18 Euro kostet. Die Verpackung dürfte gänzlich nach Pilsen verlegt werden.

Ausmaß des Stellenabbaus noch unklar
Zugleich wird die Produktion umgestellt – einige Arbeitsplätze werden von Anif nach Thalgau verlegt, wo die Zahl der Mitarbeiter sogar steigen soll. Vom Personalabbau betroffen ist nur das Anifer Werk – wie viele Jobs verloren gehen, wollten die Manager aber noch nicht sagen. "Ursprünglich hieß es, dass diese Zahlen erst Ende Jänner 2012 vorliegen, erste Details werden aber schon im Dezember genannt", erklärte Gewerkschafter Hans Hans Auer der "Krone".

Er drängt vor allem auf einen Sozialplan – "aber nicht nur für die Stammbelegschaft, sondern auch für die Zeit- und Saisonarbeiter." Grund dafür: Sony beschäftigt in seinen Werken traditionell einen hohen Anteil an Leiharbeitern. "Viele von ihnen sind schon fünf, manche sogar acht Jahre immer im selben Werk. Die gehören auch schon praktisch fix zur Belegschaft und müssen entsprechend behandelt werden", meint Gewerkschafter Auer kämpferisch.

Standort-Garantie für beide Betriebe
Die Belegschaft in beiden Werken wurde per Aushang vom Ergebnis dieser Gespräche mit dem Management informiert. Positiv vermerkt wurde, dass es für beide Betriebe eine Standort-Garantie gibt. "Aber dass viele vom geplanten Stellenabbau aus der Zeitung erfahren haben, hat die Leute empört", berichtet ein Mitarbeiter.

Neue Technologien sollen die Arbeitsplätze dauerhaft absichern. Unter anderem produziert Sony hauchdünne Chips, mit denen medizinische Analysen von Speichel, Blut und Gewebeproben rasch möglich sind. Bei diesen Produkten gibt es explodierende Nachfrage.

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