Sa, 21. Oktober 2017

Flucht per Anhalter

29.10.2011 13:06

51-Jähriger in OÖ erstochen – Täter festgenommen

Ein 51-jähriger Bewohner einer Sozialeinrichtung in Schönau in Oberösterreich ist am Samstag in den frühen Morgenstunden erstochen worden. Der mutmaßliche Täter konnte zunächst per Autostopp flüchten, wurde aber wenige Stunden später gefasst. Wie die Sicherheitsdirektion berichtete, hatte der 39-Jährige zuvor noch zusammen mit einem weiteren Heimbewohner die in einem Straßengraben (Bild) liegende Leiche teilweise mit Erde zugeschüttet.

In der sogenannten Kartause werden Menschen mit psychosozialen Problemen betreut, sie kommen freiwillig dorthin. Bereits seit etwa acht Jahren lebte der 51-jährige Johannes E. dort, erst seit eineinhalb Wochen der frühpensionierte Klaus H. (39), der aus Freistadt stammt.

H. hatte wegen Drogenproblemen das Gymnasium abgebrochen und sich wegen seiner Sucht auch Vorstrafen eingehandelt. Dann zog es den Gestrauchelten nach Spanien. Dort wurde er mehrfach wegen Diebstählen, Einbrüchen und Widerstands angezeigt, war auch in Haft. Wieder nach Oberösterreich zurückgekehrt, zog Klaus H. am 19. Oktober in die Kartause Schönau ein. "Es gibt erst eine Probezeit, damit wir sehen, dass die Bewohner auch harmonieren - da gab es keine Probleme", berichtet Projektleiter Walter Mittmannsgruber.

Streit vor Sozialeinrichtung eskaliert
In der Nacht zum Samstag waren Klaus H., Johannes E. und ein weiterer Bewohner auf Lokaltour, tranken Alkohol. Zwischen 4.30 und 5 Uhr früh kam es dann auf der Straße vor der Sozialeinrichtung zu einer Auseinandersetzung - bei der Klaus H., er hatte laut Polizei etwa zwei Promille, plötzlich mit einem Küchenmesser mehrmals auf seinen Widersacher einstach. Der stürzte in den Straßengraben.

Mit dem dritten Begleiter karrte H. in einer Scheibtruhe von einer Baustelle Erde zum Toten, schüttete die Leiche zu und floh per Autostopp, der Begleiter legte sich ins Bett. Gegen 8 Uhr früh wurde der Leiter der Einrichtung, Walter Mittmannsgruber, von einem Bewohner alarmiert. Er hatte einen Arm aus dem Erdgrab ragen gesehen. Kurz darauf ging schließlich bei der Polizei die Anzeige ein.

Eine Stunde später wurde der Verdächtige von einer Zivilstreife in Alhaming (Bezirk Linz-Land) auf der Marchtrenker Landesstraße festgenommen. Der Mann hatte Blutspuren am Hemd - er hat laut Exekutive die Tat gestanden.

Verdächtiger: "Hatte Blackout"
Laut Obduktion hatte das Opfer mehrere Einstiche erlitten, ein Stich in die Brust sei sofort tödlich gewesen, so Hermann Feldbacher von der Sicherheitsdirektion Oberösterreich am Sonntag. In Einvernahmen gab der 39-Jährige an, er habe bei der Tat ein "Blackout" gehabt und könne sich an nichts mehr erinnern. Laut Feldbacher sei der Festgenommene zwar stark betrunken gewesen, ein völliges Blackout würde dieser Grad von Alkoholisierung jedoch nicht verursachen.

Der Verdächtige wird in die Justizanstalt Linz überstellt, sein Helfer auf freiem Fuß angezeigt. Er habe zwar den Streit im Heim mitbekommen, sei bei der Tat selbst jedoch nicht dabei gewesen. Lediglich beim Bedecken der Leiche habe er geholfen, danach jedoch die Heimleitung informiert.

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