Sa, 25. November 2017

Schwächen offenbart

17.10.2011 09:51

Steve Jobs laut Biografie „bisweilen ein Arschloch“

Die mit Spannung erwartete erste autorisierte Biografie über Steve Jobs benennt die Schwächen des Apple-Gründers überraschend deutlich. "Er legte Wert darauf, auf brutale Weise ehrlich zu sein. Dieser Zug machte ihn charismatisch und inspirierend, er machte ihn aber auch, um die Sache beim Namen zu nennen, bisweilen zu einem Arschloch", zitiert das deutsche Nachrichtenmagazin "Focus" laut einer Vorausmeldung aus dem Buch des Biografen Walter Isaacson.

"Leider brachte ihn seine Zen-Ausbildung nie ganz zu einer dem Zen entsprechenden Ruhe oder zu innerer Gelassenheit, und auch das ist Teil seines Vermächtnisses", charakterisiert Isaacson den Verstorbenen in der hierzulande ab dem 24. Oktober zunächst auf Englisch, eine Woche später dann auch auf Deutsch erhältlichen Biografie.

Die meisten Menschen besäßen eine Kontrollinstanz, die zwischen Gehirn und Mund sitze und ihre brutalsten Ansichten und stechendsten Impulse abschwäche. Jobs habe so etwas gefehlt, so Isaacson weiter, der mit Aussagen wie diesen unter den vielen Apple-Anhängern, die den verstorbenen Jobs fast kultisch verehrten, mehr als eine Kontroverse auslösen dürfte.

Gedenkveranstaltung an Stanford University
Steve Jobs war am 5. Oktober im Alter von nur 56 Jahren einem Krebsleiden erlegen. Am Sonntag hatten zahlreiche Größen des Silicon Valley, darunter Google-Chef Larry Page, Microsoft-Gründer Bill Gates und Oracle-Lenker Larry Ellison, in der Kirche der kalifornischen Elite-Uni Stanford Abschied von dem Apple-Gründer genommen. Auch Ex-Präsident Bill Clinton, U2-Frontmann Bono und die Sängerin Joan Baez, mit der Jobs eine Zeit lang liiert war, seien dabei gewesen, berichtete die "New York Times".

Apple hielt die Zeremonie als private Trauerfeier unter Ausschluss der Öffentlichkeit und mit strikten Sicherheitsvorkehrungen ab. Laut Augenzeugen hatte Google-Chef Page Probleme, an den Wachleuten vorbeizukommen, weil er seine Einladung nicht mithatte.

Auffällig war auch die Anwesenheit von Vertretern heutiger Apple-Gegenspieler wie Samsung und Adobe. Für den südkoreanischen Konzern, mit dem Apple sich gerade in einem weltweiten Ideenklau-Streit bekriegt, kam der Top-Manager Lee Jae Yong. Der Enkel des Samsung-Gründers Lee Byung Chull gilt als ein möglicher Kronprinz für die Konzernspitze und ist aktuell für das Tagesgeschäft zuständig. Für den Software-Spezialisten Adobe, mit dem Jobs jahrelang um die Multimedia-Software Flash gestritten hat, kamen laut "San Jose Mercury News" die Gründer Chuck Geschke und John Warnock.

Kalifornien erklärt 16. Oktober zum "Steve-Jobs-Tag"
Der Sonntag wurde zugleich vom kalifornischen Gouverneur Jerry Brown zum offiziellen "Steve-Jobs-Tag" erklärt. "Steve Jobs hat den kalifornischen Traum verkörpert", hieß es in der Erklärung. "Seine Innovationen haben eine ganze Industrie transformiert, und die Produkte, die er konzipiert und auf den Markt gebracht hat, haben die Art und Weise der Kommunikation in der ganzen Welt verändert."

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