Mo, 20. November 2017

Erneut Bluttat in NÖ

13.10.2011 17:14

Mann tötet Ehefrau und sich selbst - Tochter als Zeugin

Drittes Familiendrama in Österreich binnen sechs Tagen: Nach monatelangen Streitereien und wegen Eifersucht auf einen Nebenbuhler hat ein Pensionist (70) in der Nacht auf Donnerstag in Mödling in Niederösterreich seine Ehefrau (52) erschossen. Danach jagte er sich selbst eine Kugel in den Kopf. Die 14-jährige Tochter des Paares wurde Zeugin der Bluttat, hatte die Mutter doch die Nacht bei ihr im Kinderzimmer verbracht.

Es hatte einst mit einem Urlaubsflirt am Arlberg begonnen: Die gelernte Hebamme aus der Obersteiermark lernte beim Skifahren den um 19 Jahre älteren Unternehmer kennen. Er lebte in Scheidung und hatte schon zwei Söhne, sie war auf der Suche nach dem Glück. Man verliebte sich und zog gemeinsam nach Mödling. Im Mai 1995 folgte dann die Heirat - und ein Wunschkind machte das Liebesglück perfekt.

Doch mit den Jahren begann die Bilderbuch-Beziehung des ungleichen Paares zu bröckeln. "Sie war eine sehr lebensfrohe Person, hat sich beruflich neu orientiert und einen Job im Pflegeheim angenommen", erzählten Bekannte der "Krone", "er hat sich seit der Pensionierung immer mehr zurückgezogen." Folge: Streit, Zank und Eifersucht - bis die 52-Jährige die Konsequenzen zog, sich in einen anderen Mann verliebte und Schluss machen wollte. In der Nacht auf Donnerstag schlief sie deshalb nicht im Ehebett, sondern im Kinderzimmer bei der Tochter - ihr Todesurteil.

Tatwaffe drei Tagen vor der Bluttat gekauft
Gegen 1.45 Uhr schlich sich der Pensionist in den Raum, zückte einen (erst vor drei Tagen gekauften) Magnum-Revolver und jagte seiner Ehefrau drei Kugeln durch Kopf und Hals. Es war ihm offenbar egal, dass die 14-jährige Tochter neben ihrer Mutter lag. Den Albtraum auf Erden erlebend, stürmte die Schülerin auf die Straße. Von draußen hörte sie den nächsten Knall: Es war ihr Vater, der sich im Badezimmer gerade selbst gerichtet hatte.

Polizisten fanden wenig später den 70-Jährigen und die 52-Jährige tot auf. Die Tatwaffe wurde neben ihm sichergestellt. Der 70-Jährige dürfte die Tat minutiös geplant haben: Im Schlafzimmer fand man Tagebucheintragungen, in denen er alles ankündigte, und ein Protokoll der Besuche seiner Frau bei ihrem Liebhaber. Generell dürften der Bluttat mehrere Streitereien der Eheleute vorausgegangen sein.

Die Tochter wurde von einem Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes betreut. Sie war Ermittlern zufolge von ihrem Vater nicht bedroht worden. Besonders tragisch: Das Mädchen hat am Freitag Geburtstag.

Sechs Tote bei Beziehungsdramen binnen sechs Tagen
Damit gipfelten bereits zum dritten Mal seit Samstag Ehestreitigkeiten in blutigen Dramen (siehe Berichte in der Infobox). In der niederösterreichischen Gemeinde Haringsee wurde am Samstag eine 47-Jährige nach Angaben der Polizei von ihrem 52-jährigen Ehemann erstochen. Ihr Gatte hatte sich nach der Bluttat selbst gerichtet. Das Motiv war offenbar die bevorstehende Trennung.

Kurz darauf am Sonntag kam es erneut zu einer Bluttat. Ein 62-jähriger Pensionist erstach im burgenländischen Parndorf seine 57-jährige Gattin und beging danach Selbstmord. Der Tat dürfte offenbar ein längerer Streit in der Beziehung vorangegangen sein, der erste Termin für die Scheidung stand bevor.

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