Mo, 21. Mai 2018

90 Millionen fehlten

01.10.2011 10:02

A-Tec-Treuhänder bestätigt separaten Verkauf

Matthias Schmidt, Treuhänder der A-Tec-Gläubiger, hat am Samstagmorgen bestätigt, dass der laut Sanierungsplan vorgesehene gemeinsame Verkauf der A-Tec-Teile gescheitert ist. Nun werden die Einzelteile - die Montanwerke Brixlegg, der Motorenfabrikant ATB, das Kraftwerk Voitsberg und Emco - getrennt verwertet.

Ursprünglich hatten die A-Tec des Industriellen Mirko Kovats und deren Gläubiger die Firma an eine Bietergruppe aus verschiedenen Interessenten verkaufen wollen, die unter dem Namen Contor zusammengestellt worden war. Nach dem Rückzug der pakistanischen Solistice, die an den Montanwerken Brixlegg interessiert gewesen war, nahm die A-Tec am 20. September die Verhandlungen mit der tschechisch-slowakischen Finanzgruppe Penta Investments wieder auf, um von dort noch die jetzt fehlenden rund 90 Millionen Euro einzutreiben.

Um den Sanierungsplan zu erfüllen, hätten bis Mitternacht 210 Millionen Euro auf dem Konto des Gläubiger-Treuhänders eingelangt sein sollen. Die chinesische Wolong, die sich für die ATB interessiert hatte, hat dem Vernehmen nach ihren Anteil von gut 100 Millionen Euro überwiesen. Die insgesamt erforderlichen 210 Millionen kamen aber nicht zusammen.

"Die erforderlichen Geldmittel für die 47-prozentige Sanierungsquote sind zum 30. September nicht erlegt worden", gab Schmidt deshalb in einer kurzen Stellungnahme Samstag früh bekannt. "Ich habe von der mit in der Funktion als Treuhänder gegeben Vollmacht Gebrauch gemacht, es wird nun die Verwertung in einem geordneten Verkaufsprozess mit dem Ziel, das Bestmögliche für alle Beteiligten zu erreichen, begonnen."

Wegen "unterschiedlicher Erwartungen" gescheitert
Bereits am Freitag hieß es, dass der Plan, die Reste des börsenotierten Mischkonzerns A-Tec gemeinsam zu verkaufen, gescheitert sei. Zwei Interessenten hatten erklärt, die Verhandlungen mit dem A-Tec-Management seien nicht erfolgreich gewesen. "Wegen zeitlicher Engpässe und unterschiedlichen Erwartungen der beteiligten Parteien sind die Verhandlungen gescheitert", so Penta am Freitagabend.

"Wir waren bereit, trotz knapper Zeit die Verhandlungen mit A-Tec wieder aufzunehmen, aber machten klar, dass wir uns nicht an dem Contor-Modell beteiligen würden", schrieb Penta. Penta werde sich nun bei Schmidt erneut um A-Tec-Teile bemühen. "Wir sind bereit, dem Treuhänder Dr. Schmidt ein konkurrenzfähiges und bindendes Angebot für einzelne Teile der A-Tec zu unterbreiten."

Nach Darstellung eines in die Verhandlungen involvierten Beobachters soll es zu massiven Animositäten zwischen Kovats und der Penta Investments gekommen sein. Obwohl beteiligte Banken die Penta favorisiert hätten, habe der Aufsichtsrat Solistice an Bord geholt. Dies hätten wiederum die Banken nicht akzeptiert - was dazu geführt habe, dass Kovats bei der Hauptversammlung am vergangenen Mittwoch den Verkaufsplan aufgeben habe müssen.

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