Sa, 26. Mai 2018

Paar stellt Buch vor

30.09.2011 08:55

Als ein 13-jähriger Schüler mit seiner Trainerin schlief ...

Auch wenn ihre Beziehung mittlerweile nicht mehr illegal ist, Renata Juras und ihr 27 Jahre jüngerer Freund Ervin geben nach wie vor ein nicht alltägliches Paar ab. Am Donnerstagabend stellten die beiden in Wien das Buch ihrer Liebesgeschichte vor: "41 und 14", so der Titel, ist etwas irreführend, da der Bursch erst 13 war, als er das erste Mal mit seiner nunmehr ehemaligen Handballtrainerin schlief.

Dass es Unrecht war, wird von der - damals zu 22 Monaten bedingter Haft verurteilten - Kroatin konsequent ausgeblendet, dafür ist die Rede von Doppelmoral und Heuchelei. Außerdem gäbe es "keine moralischere Liebe als unsere". Die Medien hätten so viel Falsches berichtet, nun wolle man die Wahrheit ans Licht bringen. Die Idee zum Buch hatte der mittlerweile 15-Jährige - und so traf es sich ganz gut, dass der Verlag prompt in jener Woche anfragte.

Der Bursch erzählte in Wien vom Heiratsantrag auf einem Schiff in Budapest, wie nervös er war, als er die Ringe hervorholte. Doch wann tatsächlich geheiratet wird, das steht in den Sternen. Ob die Mutter diesen folgenschweren Schritt ihres minderjährigen Sprösslings erlauben würde? "Ich schätze schon", so der Schüler.

Mutter des Schülers findet es okay
Damit dürfte er wohl recht haben, da die Erziehungsberechtigte auch nichts gegen die Beziehung einzuwenden hatte, als diese noch illegal war. Und heute leben alle glücklich unter einem Dach, samt der jüngeren Tochter der früheren Trainerin. Diese und die ältere Schwester wären auch die Einzigen gewesen, die die Liebe verhindern hätten können. Dann hätte sie einen Schlussstrich gezogen, behauptet Juras. Doch der Einzige, der tatsächlich etwas gegen die Beziehung einzuwenden hatte, war der Stiefvater des 13-Jährigen, der die Behörden informierte.

Keine literarische Erleuchtung
Das Buch hat die Kroatin, die noch immer weit davon entfernt ist, Deutsch perfekt zu beherrschen, ohne die Hilfe eines Ghostwriters verfasst. Den Feinschliff übernahmen laut Verlag zwei Lektoren. Wer schlüpfrige Details erwartet, wird enttäuscht, ebenso alle, die sich etwas auch nur annähernd Spannendes auf den 184 Seiten erhoffen. Hier geht es einerseits endlos um Handballspiele im Nachwuchsbereich, um Essen, um die sich anbahnende Beziehung und vor allem um Banalitäten und langatmige Gespräche, die unendlich langweilen. Wen jedoch die romantische Seite der Geschichte fasziniert, wird vielleicht in den endlosen Rechtfertigungsversuchen für den Fehltritt so etwas wie Befriedigung finden.

Kinderwunsch ohne Eile
Der mittlerweile junge Mann, der zwar sehr hochgewachsen, aber im Vergleich zu seiner sehr bestimmenden Freundin unsicher wirkt, spielt mittlerweile wieder Handball - aber nicht für seinen alten Verein. In seiner Klasse habe er nichts Negatives erlebt. "Und das Tuscheln hinter meinem Rücken ist mir egal." Selbst noch nicht erwachsen, wünscht sich der Teenager ein Kind von der bereits zweifachen Mutter, die nicht abgeneigt scheint, es aber auch nicht eilig hat: "Obwohl ich nicht die Jüngste bin, ein paar Jahre habe ich noch."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Für den Newsletter anmelden