So, 19. November 2017

Spektakulärer Crash

29.09.2011 19:23

Güterzug in NÖ entgleist: Strecke für Tage gesperrt

Ein spektakulärer Zugunfall sorgt derzeit für erhebliche Behinderungen im Bahnverkehr im niederösterreichischen Weinviertel: Drei Waggons eines von Laa an der Thaya im Bezirk Mistelbach nach Wien fahrenden Güterzugs sind am Donnerstag entgleist bzw. umgekippt. Die Strecke wurde dabei so schwer in Mitleidenschaft gezogen, dass sie gesperrt werden musste - ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet. Der "wahrscheinlichste Zeitpunkt" für eine Verkehrsfreigabe sei zurzeit Dienstag im Laufe des Tages, so ÖBB-Sprecher Christopher Seif.

Der Unfall geschah um 14.29 Uhr, als die letzten drei Waggons des Zuges kurz nach dem Bahnhof Staatz in der Nähe von Enzersdorf plötzlich entgleisten. Der hinterste Waggon löste sich dabei aus dem Zugverband, kippte um und kam auf dem Dach zu liegen. Ein Teil des Gleises bog sich dabei auf und verfing sich im Wagen. Nach rund 200 Metern kamen die Lok und die anderen Waggons durch eine automatische Notbremsung zum Stillstand: Dabei kippte ein Waggon um, ein anderer entgleiste teilweise.

Durch Funkenflug entstanden zwei bis drei kleinere Brandherde, die vom 34-jährigen Lokführer gelöscht werden konnten. Während aus den letzten beiden Waggons, die insgesamt 89 Tonnen Gipspulver geladen hatten, Gips austrat, blieb ein anderer Wagen mit 25 Tonnen Zitronensäurepulver an Bord laut Exekutive unbeschadet. Weitere Waggons, die für Gefahrguttransporte geeignet sind, seien "zum Glück unbeladen" gewesen, sagte Seif. Für die Bergung der völlig zerstörten Wagen musste extra ein Kran angefordert werden.

Schienenersatzverkehr für die nächsten Tage
Die Unfallursache ist noch Gegenstand von Untersuchungen, "ein Schienenbruch kann aber definitiv ausgeschlossen werden". Der Lokführer war nach Angaben der Exekutive zudem mit vorschriftsmäßigem Tempo unterwegs.

Der Oberbau und die Gleise wurden auf einer Länge von rund 400 Metern beschädigt - diese müssten vollständig, also Unterbau, Schotterbett, Schwellen und Schienen, erneuert werden. Die Schadenssumme dürfte sich auf etwa 500.000 Euro belaufen. Die Reparatur werde "ein paar Tage" in Anspruch nehmen, so lange werde der Schienenersatzverkehr noch aufrecht bleiben, so der ÖBB-Sprecher. Eine Verkehrsfreigabe könnte wahrscheinlich erst am Dienstag im Laufe des Tages gegeben werden.

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