Mo, 28. Mai 2018

Aufstand in Syrien

28.09.2011 17:01

Desertierte Militärs planen Feldzug nach Libyen-Modell

An die 3.000 Menschen hat Syriens Diktator Bashar al-Assad Assad im Kampf um die Macht bereits abschlachten lassen - sie waren friedliche, unbewaffnete Zivilisten. Nun werden erstmals Stimmen laut, die offen zum Krieg gegen das Assad-Regime aufrufen - denn ohne Krieg sei ein Sturz des Assad-Clans "aussichtslos".

Der Mann, der das sagt, ist einer der prominentesten Deserteure, ein Luftwaffengeneral, der im Juli zur Opposition übergelaufen ist und sich seither in der Türkei nahe der syrischen Grenze versteckt hält. "Es ist der Beginn eines bewaffneten Aufstandes", erklärte General Riad Asaad am Dienstag der "Washington Post". "Dieses Regime kann man nicht ohne Gewalt und Blutvergießen stürzen. Die Verluste bei einem bewaffneten Aufstand wären auch nicht größer, als sie es ohnehin schon sind."

Im Moment würden sich die immer zahlreicher werdenden Deserteure, die sich zur "Freien Syrischen Armee" zusammengeschlossen haben, noch darauf beschränken, die Zivilbevölkerung zu schützen. Ihr Ziel sei es aber, den Norden des Landes zu erobern, so Asaad, der dabei offenbar das Libyen-Modell vor Augen hat. Denn in weiterer Folge fordert er die Errichtung einer international überwachten Flugverbotszone sowie Waffenlieferungen aus dem Westen, um das Land zu befreien.

Bürgerkrieg befürchtet
Noch reicht die Stärke der "Freien Syrischen Armee" dazu nicht aus, doch wenn das Militär einmal gespalten ist, könnte es für Assad eng werden. Allerdings sind die Befürchtungen vieler Beobachter durchaus gerechtfertigt, dass Syrien dann in einem blutigen Bürgerkrieg unterzugehen droht.

Der christliche Klerus steht offiziell bisher auf der Seite des Regimes - unter anderem weil die Geistlichen befürchten, dass der Staat im Falle eines Regimewechsels stärker islamisch geprägt sein würde als bisher. Diese Haltung ändert sich jedoch nach Einschätzung von Beobachtern langsam, einerseits wegen der Gräueltaten der Regime-Milizen, andererseits aufgrund des wachsenden internationalen Drucks auf Assad.

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