Mi, 23. Mai 2018

Beta im Test

26.09.2011 16:30

"Diablo 3": Das bringt das Kult-Spiel Neues mit sich

Eile scheint für Blizzard ein Fremdwort zu sein: Für die Fortsetzung von "Star Craft" ließ man die Fans ganze zwölf Jahre warten, und auch bis zum Erscheinen des bereits sehnsüchtig erwarteten dritten Teils des Metzelspiels "Diablo" dürfte es nicht minder lange dauern. Um die Wartezeit zu versüßen, hat der Publisher jetzt immerhin eine erste Beta-Version veröffentlicht. krone.at hat sich bereits in die Schlacht gestürzt und verrät, auf welche spannenden Neuerungen sich Fans gefasst machen dürfen.

"Ab hier nur noch acht Stunden Wartezeit" - Schilder wie diese kennt man ansonsten nur von Freizeitparks, in denen Achterbahn-Junkies über Stunden hinweg artig in der Schlange ausharren, um sich einen kurzen Moment des Nervenkitzels zu gönnen. Spätestens seit der diesjährigen gamescom sind derlei Hinweistafeln aber auch Gamern geläufig: Hunderte von ihnen hatten sich auf der Computer- und Videospielemesse Ende August in Köln angestellt, um einen 30-minütigen Blick auf Blizzards – jüngsten Berichten zufolge nun doch erst Anfang 2012 erscheinendes - "Diablo 3" zu werfen.

Seit einigen Tagen geht das Anspielen des kommenden Hack'n'Slays auch komfortabler: Wer über einen entsprechenden Key verfügt, kann sich eine Beta-Version des Spiels installieren und in die Welt von Sanktuario eintauchen. Dort wandeln seit einem Meteoriteneinschlag in die Kirche von New Tristram plötzlich die Toten unter den Lebenden. Warum und welche Rolle der sogenannte Skelettkönig dabei spielt, das gilt es während der rund drei- bis vierstündigen Beta zu ergründen.

Die Charakterklassen
Zur Auswahl stehen dafür fünf Charakterklassen: der auf den Nahkampf und schwere Rüstungen spezialisierte Barbar, der mit Fernwaffen und Fallen hantierende Jäger, der Faustkantenschläge verteilende Mönch, der Zauberer sowie der Hexendoktor – eine Art Voodoo-Schamane mit Pfeilrohr, der sich auf das Beschwören von Kreaturen (Stichwort: Zombiehunde) versteht, notfalls aber auch selbst austeilen kann.

Das Skillsystem
Ihnen gemein ist, dass sie mit steigender Erfahrung in der Stufe aufsteigen und dadurch neue Fähigkeiten - sowohl aktiver als auch passiver Natur - erlenen. Anders als bisher können nun aber nicht mehr selbstständig entsprechende Fähigkeitspunkte verteilt werden. Stattdessen ist fix vorgegeben, wann, also mit welcher Stufe, der Charakter welche Fähigkeit erlernt. Für das Erlernen von passiven Fähigkeiten müssen sich Spieler beispielsweise bis zur 10., 20. und 30. Stufe gedulden.

Mana, Spirit, Hass und mehr
Erst einmal erlernt, können die Fähigkeiten den beiden Maustasten zugewiesen werden und bei Bedarf abgerufen werden - was bei den Vorgängern noch zu Lasten des sogenannten Mana-Vorrats ging. In "Diablo 3" gibt es die klassische blaue Mana-Kugel nur noch für den Hexendoktor. Der Mönch hingegen speist seine Energie aus dem "Spirit", während der Zauberer auf sich schnell regenerierenden "Arcane Power" zurückgreift. Der Barbar wiederum benötigt für seine Spezial-Angriffe eine gehörige Portion Wut ("Fury"), die durch das Metzeln von Gegnern überhaupt erst generiert wird und dementsprechend leer ist, wenn er längere Zeit nichts zwischen die Klingen bekommt. Eine Besonderheit stellt die Energie-Sphäre des Jägers dar: Sie ist als einzige zweigeteilt, und zwar in die Bereiche "Hatred" (Hass) und "Discipline" (Disziplin). Ersteres nährt die Offensiv-Aktionen des Jägers, zweiteres wird für Fähigkeiten wie das Stellen von Fallen benötigt. Da diese Zweiteilung bei vielen Spielern allerdings nicht auf große Gegenliebe stieß, dürfte Blizzard bis zum Erscheinen der finalen Version noch einmal Hand daran legen.

Beschränkt einsetzbar
Spieler sollten allerdings gut überlegen, wann sie welche Fähigkeit einsetzen. Denn konnten bislang viele Zauber noch beliebig oft und schnell hintereinander gewirkt werden, müssen nun Zwangspausen eingelegt werden. Das gilt übrigens auch für Heiltränke: Ist die Flasche geleert, müssen erst einige Sekunden vergehen, ehe die nächste getrunken werden kann. Kämpfe werden dadurch nicht nur fordernder, sondern verlangen auch ein gewisses strategisches Vorgehen. Wer die schnelle Flucht antreten möchte, muss sich ebenfalls gedulden: Die beliebten Portal-Schriftrollen, mit denen man sich aus jedem noch so tiefen Dungeon zurück in die Zivilisation befördern konnte, gibt es nicht mehr. Ersatz wurde jedoch gefunden, und zwar in Form eines Steins. Dieser beschwört zwar auch ein Portal hinauf, braucht dafür aber deutlich länger, was den Einsatz inmitten eines Kampfes praktisch unmöglich macht.

Das Inventar
Seinen Platz hat der neue Teleportations-Stein im ebenfalls überarbeiteten Inventar neben zwei weiteren besonderen Gadgets: einem Kessel und einer Art magischem Würfel. Der Kessel bietet Spielern die Möglichkeit, nicht mehr benötigte Items zu jeder Zeit zu Geld zu machen, ohne dafür eine Stadt bzw. einen Händler aufsuchen zu müssen. Der Würfel wiederum erlaubt es, jeden beliebigen Gegenstand, ob magisch oder nicht, in seine Einzelteile zu zerlegen. Die so gewonnenen Rohstoffe können dann wiederverwendet werden, um neue Waffen und Rüstungen zu schmieden (mehr zum Crafting später). Beim Blick ins Inventar fällt außerdem auf, dass jedem Charakter nun mehr Item-Slots zu Verfügung stehen, und zwar nicht nur Waffe, Schild oder etwa Helm, sondern auch für Schulterpanzer oder Hose.

Item-Crafting
Zu finden gibt es davon wie gehabt reichlich, darunter auch wieder Hunderte magischer und einzigartiger Items. Wer trotzdem mehr braucht, sollte sich an den Schmied seines Vertrauens wenden, wo gegen Geld und Rohstoffe, die durch das Zerlegen von Gegenständen gewonnen werden, neue Waffen und Rüstungen in Auftrag gegeben werden können. Der Schmied kann allerdings noch mehr: Wer ihn mit Wissen in Form von speziellen, im gesamten Spiel verteilten Trainings-Seiten füttert, trägt dazu bei, dass er vom Amateur zum Profi der Waffen- und Rüstungsfertigung avanciert.

Gemeinsam unterwegs
Unterstützung bekommt der Held aber nicht nur vom Schmied, sondern auch von nicht-spielbaren Charakteren, die sich ihm im Laufe seines Abenteuers anschließen. Wie der Hauptcharakter auch, steigen diese in der Stufe auf und können dann rudimentär individualisiert werden. So lassen sich neben aktiven und passiven Fähigkeiten etwa einzelne Ausrüstungsgegenstände – beispielsweise Waffe, Schild und Ringe - bestimmen. Die Haupt-Rüstung dürfte der Beta zufolge, in der der Held auf einen Tempelritter trifft, in der Regel aber vorgegeben sein.

Davon unabhängig sollen Gamer auch in der Lage sein, im Koop-Modus mit bis zu drei weiteren realen Spielern in das virtuelle Abenteuer zu ziehen. Die Wegbegleiter können entweder direkt persönlich eingeladen oder über eine öffentliche "Ausschreibung" gefunden werden: In einem Auswahlfenster tauchen sämtliche als öffentlich gelistete Partien auf; wer Lust hat, schließt sich einfach einer an. Getestet werden konnte dies allerdings noch nicht, gleiches gilt für das neue Auktionshaus, über das Gamer virtuelle Items handeln können sollen (siehe Infobox).

Präsentation
In Sachen Optik ist "Diablo 3" sicher nicht als "State of the Art" zu bezeichnen, was Veteranen und Fans aber keinesfalls abschrecken dürfte. In zwei unterschiedlichen Zoom-Stufen kämpft man sich in der typischen Schräg-oben-drauf-Perspektive durch die weitläufigen Landschaften und Dungeons, die wie gehabt nach dem Zufallsprinzip erstellt wurden, was den Wiederspielwert enorm steigert. Die Levels sind nun wesentlicher lebendiger und dynamischer gestaltet als noch vor zehn Jahren, sodass sich das Auge immer wieder an Kleinigkeiten wie etwa zerfallenden Häuserfassaden erfreuen kann. Abwechslungsreich gestaltet wurde übrigens auch das Bestiarium: Bereits innerhalb der ersten drei bis vier Stunden der Beta wird man mit einer Vielzahl unterschiedlichster Gegnern konfrontiert. Da diese entsprechend anders klingen, ist auch auf akustischer Ebene für Abwechslung gesorgt. Ergänzt wird der Mix aus Röchel-Sounds und dem Klang von nacktem Stahl zudem immer wieder von Erzählungen, die der an sich einfachen Story vom metzelnden Helden mehr Tiefe verleihen.

Fazit: "Diablo 3" ist wie ein guter alter Freund, der sich über die Jahre zwar verändert haben mag, einem aber dennoch bereits nach wenigen Minuten wieder ungemein vertraut verkommt. Das Hau-drauf-Prinzip hat sich nicht geändert, wst nach und nach erschließt. Dabei lebt der Titel nach wie vor von der Lust am Entdecken, Sammeln und Plündern, stets das Ziel vor Augen habend, ein neues und noch besseres Item zu ergattern, um mit diesem dem im Spielverlauf immer zahlreicher auftretenden Monstermassen den Garaus zu machen. Die Faszination ist also ungebrochen. Bleibt nur zu hoffen, dass das Warten auf "Diablo 3" bald ein Ende hat.

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