Do, 23. November 2017

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23.09.2011 12:05

Roboter mit sechstem Sinn der Zierfische

Wer ein Aquarium hat, weiß es längst: Zierfische sind nicht nur hübsch anzusehen, sie zu beobachten entspannt und begeistert zugleich. Ihre Fähigkeiten dienen sogar der Wissenschaft als Vorbild: An der Technischen Universität München (TUM) wird im Rahmen der Exzellenzinitiative CoTeSys (Cognition for Technical Systems) aktuell an einem Unterwasser-Roboter gearbeitet, der Höhlen und Tiefseevulkane erforschen und sich durch Schiffswracks arbeiten kann, ohne anzuecken.

Die Wissenschaftler der TUM verwendeten als Vorlage das Seitenlinienorgan von Fischen. Mit seiner Hilfe können Fische Hindernisse spüren, ohne sie zu berühren – und zwar bis zu einer Reichweite von etwa der eigenen Fischlänge. "Selbst im trüben Wasser fühlt ein Fisch, dass sich ein Feind nähert – ohne diesen überhaupt zu sehen", erklärt Professor Leo van Hemmen, Leiter des Forschungsprojektes an der TUM. "Links und rechts am Körper haben Fische Tausende von winzigen Detektoren, die zum Seitenlinienorgan gehören. Damit erspüren Fische sogar kleinste Wasserbewegungen."

Durch seine Schwimmbewegungen erzeugt der Fisch Schwingungen, die andere Fische mithilfe ihrer Seitenlinienorgane spüren können. Hindernisse werden somit frühzeitig erkannt, weil sie eine Änderung der Wassergeschwindigkeit oder des Wasserdrucks bedeuten. "Bei der Entwicklung unseres Unterwasser-Roboters 'Snookie'", erklärt van Hemmen, "haben wir uns diesen sechsten Sinn des Fisches ganz genau angesehen und, vereinfacht gesprochen, auf den Roboter übertragen." Die Erkenntnisse könnten in Zukunft auch für andere Anwendungen genutzt werden. "Ich möchte einen Roboter entwickeln, der sich ganz allein durch die Fußgängerzone bewegen kann, ohne einen einzigen Menschen anzurempeln", so van Hemmen.

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