So, 27. Mai 2018

Neben Methanquellen

23.09.2011 09:12

"Kinderstube" von Haien und Rochen in Tiefsee entdeckt

Methanquellen in der Tiefsee sind eine wichtige Kinderstube von Haien und Rochen. Das haben Forscher der Universität Göttingen und des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften zusammen mit Jörn Peckmann vom Zentrum für Erdwissenschaften der Universität Wien sowie Kollegen aus den USA herausgefunden. Sie entdeckten an natürlichen Methanquellen im Ost-Pazifik und im Mittelmeer Tausende Eier von Tiefsee-Raubfischen.

Bisher galten solche Quellen am Meeresboden als Lebensraum für nur wenige hoch spezialisierte Überlebenskünstler, wie die Experten aus Göttingen und Kiel am Donnerstag mitteilten. Sie berichten über ihren Fund im Fachjournal "Marine Ecology Progress Series".

Tausende Eier in 700 Metern Tiefe
Auf dem Meeresboden vor Chile fanden die Wissenschaftler in 700 Metern Tiefe mehrere Generationen riesiger Ei-Kapseln von Tiefseerochen. Sie waren zwischen Röhrenwürmern und Kalksteinblöcken abgelegt. Den Forschern gelang es sogar, ein trächtiges Rochenweibchen zu filmen. An Methanquellen im Mittelmeer stießen die Biologen in rund 500 Metern Tiefe inmitten eines Röhrenwurmfeldes auf Ei-Kapseln (rötlich-braun gefärbt) von Katzenhaien (Bild 1).

Von Katzenhaien stammten auch 35 Millionen Jahre alte versteinerte Ei-Kapseln, die der Göttinger Paläontologe Steffen Kiel im US-Bundesstaat Washington entdeckte (Bild 2). Sie befanden sich zwischen ebenfalls versteinerten Röhrenwürmern an einer Methanquelle, die durch geologische Prozesse aus dem Meer gehoben wurde. "Damit lässt sich das Brutverhalten dieser Tiere weit in die Erdgeschichte zurückverfolgen", erläuterte Kiel.

"Kinderstuben" durch Schleppnetz-Fischerei gefährdet
"Die große geografische Distanz zwischen unseren Funden und ihre lange Fossil-Geschichte lassen vermuten, dass Tiefseehaie und andere Raubfische auch Methanquellen in anderen Teilen der Ozeane als Kinderstube nutzen", sagte die Kieler Geobiologin Professor Tina Treude. Die Forscher warnten deshalb davor, diese Bereiche durch Schleppnetzfischerei zu beschädigen. Methanquellen sollten ihrer Ansicht nach unter Schutz gestellt werden.

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