Mo, 28. Mai 2018

Justiz-Widerstand

22.09.2011 12:55

Verkauf von T-Mobile USA an AT&T geht vor Gericht

Der US-Telekommunikationsriese AT&T lässt es bei der umstrittenen Übernahme von T-Mobile USA auf eine Gerichtsverhandlung ankommen. Ein Anwalt der Firma verzichtete am Mittwoch auf Vergleichsverhandlungen mit Vertretern des Justizministeriums, um möglichst schnell zu einer Entscheidung zu gelangen. Das Verfahren startet nun am 13. Februar und dürfte mehrere Wochen dauern.

Die Wettbewerbshüter im Ministerium wollen das 39 Milliarden Dollar (28,6 Milliarden Euro) schwere Geschäft verhindern, mit dem die Deutsche Telekom ihre Sorgentochter loswerden will, und hatten Klage eingereicht. Sie fürchten, dass durch die Übernahme von T-Mobile USA die Preise steigen und der Service leidet. Durch den Zusammenschluss schrumpft die Zahl der US-weit vertretenen Mobilfunkanbieter von vier auf drei.

Das Justizministerium hat mit seinem Widerstand den Zeitplan von AT&T und der Deutschen Telekom durcheinandergebracht. Eigentlich sollte die Übernahme bis zum März kommenden Jahres abgeschlossen sein. Es ist allerdings immer noch denkbar, dass sich AT&T zwischenzeitlich mit dem Justizministerium auf einen Kompromiss einigt. Dann müsste der Konzern aber wohl Zugeständnisse machen und etwa Kunden oder Funkfrequenzen abgeben.

Für die Deutsche Telekom steht viel Geld auf dem Spiel. Sie will sich mit dem Verkauf von T-Mobile USA eines Sorgenfalls entledigen. Die Deutschen hatten es versäumt, ihr Netz auszubauen und können bis heute etwa Apples iPhone nicht anbieten. Dafür gilt T-Mobile USA als Preisbrecher, während AT&T eher zu den teuren Anbietern gehört.

Der US-Mobilfunkanbieter würde mit dem T-Mobile-Kauf zur unangefochtenen Nummer eins in den USA aufsteigen. Als landesweit vertretene Konkurrenten blieben nur noch Verizon und Sprint Nextel übrig, das ebenfalls Klage gegen den T-Mobile-Verkauf eingereicht hat. Die restlichen Mobilfunkanbieter sind nur regional tätig.

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