So, 19. November 2017

SciFi-Spielwiese

22.09.2011 15:08

US-Geisterstadt für Tests neuester Technik geplant

Eine 52 Quadratkilometer große Spielwiese für Wissenschaftler und Techniker soll schon bald im US-Bundesstaat New Mexico entstehen. Es handelt sich dabei um eine Geisterstadt, in der 35.000 Menschen leben könnten. Da in ihr jedoch die neuesten Technologien und technischen Entwicklungen getestet werden sollen, werden keine Einwohner die Versuche stören.

Das Unternehmen hinter dem irrwitzig klingenden Plan ist Pegasus Global Holdings, eine international tätige Firma, die sich der Entwicklung und dem Test neuer Technologien verschrieben hat. Sie beliefert unter anderem das US-Militär. Nun plane Pegasus den Bau des weltgrößten Technologie-Test- und -Evaluierungs-Centers, kündigte das Unternehmen auf seiner Website an.

200 Millionen US-Dollar (ca. 148 Millionen Euro) kostet das Projekt, das in New Mexico auf einer Fläche von 52 Quadratkilometern Staatsgrund entstehen soll. "The Center", also "Das Zentrum", wird das Projekt schlicht genannt - und dem Namen entsprechend soll es Anlaufstelle für verschiedenste Firmen, Universitäten und auch das Militär werden. Gegen Gebühr soll jede interessierte Institution auf dem Gelände Tests ausführen dürfen.

Lebensnahe Testumgebung statt Labor
Die Möglichkeiten sind schier unendlich. Schließlich ist die Stadt zwar menschenleer, erlaubt aber dank Gebäuden und Infrastruktur eine wesentlich lebensnähere Testumgebung als ein Labor. Auch das Militär, das bereits über ähnliche, große Testcenter verfügt, könnte von der riesigen Stadt profitieren. Diese soll einen Mix aus neuen und älteren Gebäuden beinhalten, Geschäfte ebenso wie Wohnhäuser umfassen und ländliche Vororte genau wie innerstädtische Bereiche bieten.

Tests für erneuerbare Energie, Verkehr und Mobilfunk denkbar
Denkbar sei etwa der Test neuer Methoden zur Gewinnung erneuerbarer Energie, aber auch Versuche intelligenter Transportsysteme, um innerhalb verkehrsgeplagter Städte schnell von A nach B zu gelangen, so Pegasus. Das Unternehmen verspricht hierfür auch eine eigens gebaute Autobahn, um unbemannte Fahrzeuge, Verkehrsleitsysteme und Apps fürs Auto ohne Gefahr für den Menschen testen zu können. Auch der Mobilfunk wird im "Zentrum" eine große Rolle spielen, die nächste Generation von terrestrischem und Satelliten-Funk soll dort geprüft werden.

Firma schielt auf Militär
Einen zentralen Punkt soll zudem die "Homeland Security" - also der Heimatschutz, insbesondere gegen Terroranschläge - darstellen. Es werde ein "sicheres" Testgebiet für entsprechende Technologien geben, verspricht Pegasus. Dank der zivilen und kommerziellen Infrastruktur könne besser getestet werden. Dass das Unternehmen großen Wert auf das Militär legt, verwundert nicht - sind hier doch Hunderte Millionen Dollar an Aufträgen vom Staat denkbar.

Geisterstadt soll bis 2014 stehen
Etwa 350 Jobs sollen mit Start des "Zentrums" entstehen, weitere 3.500 seien im Umland denkbar, so Pegasus. Wie die Stadt genau aussehen und wo genau sie gebaut wird, ist noch nicht klar - noch befindet sich das Projekt im Planungsstadium. Pegasus rechnet jedoch damit, dass die Geisterstadt bis 2014 gebaut sein kann.

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