Do, 24. Mai 2018

Kurse fallen

22.09.2011 08:07

Moody's bezweifelt neuerliche Rettung von US-Banken

Den großen US-Banken droht ihr Sicherheitsnetz abhanden zu kommen: Die Ratingagentur Moody's zweifelt daran, dass die Regierung bei einer neuerlichen Schieflage wie zu Zeiten der Finanzkrise 2008 rettend eingreifen würde. Das hieße: Sollte eine Bank in existenzielle Not geraten, würde sie schlimmstenfalls untergehen.

"Moody's geht zwar davon aus, dass die Regierung weiterhin den systemisch wichtigen Finanzfirmen ein bestimmtes Niveau an Unterstützung zukommen lässt", erklärte die Ratingagentur am Mittwoch in New York. "Doch es ist jetzt gleichzeitig wahrscheinlicher als während der Finanzkrise, dass sie erlauben würde, dass eine große Bank scheitert."

Die Ratingagentur begründete ihre Einschätzung damit, dass die Auswirkungen einer Pleite für das Finanzsystem heute geringer ausfielen. Die US-Regierung hatte nach den Erfahrungen der Finanzkrise neue Gesetze auf den Weg gebracht, die ein ähnliches Desaster wie beim Bankrott der Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 verhindern sollen. Allerdings zweifeln Kritiker an der Wirksamkeit der Regelungen.

Einschätzung brachte Kursverluste
Die Einschätzung von Moody's sorgte für Unbehagen an der Börse und beschleunigte die massiven Kursverluste bei den US-Großbanken. Besonders schlimm traf es den Sorgenfall der Branche, die Bank of America. Ihre Papiere brachen bis zum Börsenschluss um fast acht Prozent ein. Denn mit der Warnung ging eine Abstufung der Kreditwürdigkeit des Hauses einher.

Statt eines guten Ratings ("A2") billigt Moody's dem größten Finanzhaus der Vereinigten Staaten nun nur noch ein befriedigendes Rating ("Baa1") zu. Das heißt, dass es für den verlustreichen Riesen schwieriger wird, an frisches Kapital zu gelangen. Moodys senkte auch die Bonitätsnote des besser aufgestellten Rivalen Wells Fargo leicht (von "A1" auf "A2").

US-Regierung pumpte 45 Milliarden Dollar in Bank of America
Die US-Regierung hatte während der Finanzkrise massiv Geld in das Finanzsystem gepumpt, um es zu stützen. Allein die Bank of America bekam eine direkte Finanzspritze über 45 Milliarden Dollar (33 Milliarden Euro). Sie hatte sich in der Finanzkrise mit der Übernahme der Investmentbank Merrill Lynch und des Immobilienfinanzierers Countrywide zu viel zugemutet. Seitdem ist sie nie wieder richtig auf die Beine gekommen.

Bankchef Brian Moynihan versucht nun, die Kosten drastisch zu senken. So fallen in den kommenden Jahren voraussichtlich rund 30.000 Jobs weg. Zudem hatte der Finanzkoloss sich unter anderem 5 Milliarden Dollar von Starinvestor Warren Buffett geliehen und Anteile an der China Construction Bank versilbert. Moody's honorierte ausdrücklich die Bemühungen. Die Bank of America habe "deutliche Fortschritte in ihrer Kapital- und Liquiditätsposition" gemacht, doch an dem schlechten Rating änderte dies nichts.

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