Fr, 25. Mai 2018

Jugend schützen

21.09.2011 13:54

Stöger will Regeln für Schönheits-OPs verschärfen

Gesundheitsminister Alois Stöger will die Regeln für Schönheitsoperationen verschärfen. Wie er im Ö1-"Morgenjournal" am Mittwoch ausführte, erachte er einen besonderen Schutz bei Jugendlichen als notwendig. Er wolle damit "Modeentwicklungen bei Minderjährigen" entgegenwirken. Zudem wird es, wie im Regierungsprogramm vorgesehen, mehr Aufklärung und Information zu diesem Thema geben.

Des Weiteren sieht der Minister Handlungsbedarf bei der Berufsbezeichnung der Schönheitschirurgen. Vor dem Sommer habe Stöger seine Beamten bereits damit beauftragt, rechtliche Vorgaben auszuarbeiten, so sein Sprecher Fabian Fußeis. Es gibt zwar Leitlinien der Gesellschaft für plastische Chirurgie, sie sind allerdings nicht verpflichtend.

Breite Unterstützung für Stögers Vorstoß
Unterstützung erhält der Minister dabei nicht nur aus den eigenen Reihen, auch die Grünen und die niederösterreichische Ärztekammer stehen dem Vorschlag des Gesundheitsministers positiv gegenüber. "Eine Schönheitsoperation ist ein Eingriff, der auch große gesundheitliche Risiken mit sich bringt. Oft ist den Jugendlichen nicht bewusst, dass sie möglicherweise ein Leben lang mit den Folgen einer solchen OP konfrontiert sind", so SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Mautz.

"Strengere Richtlinien bei Schönheitsoperationen sind unbedingt nötig. Jede Operation ist mit Risiken verbunden. Es ist die Aufgabe des Gesundheitsministers, diese Risiken durch hohe Qualitätsanforderungen an die Medizin so gering wie möglich zu halten", meinte auch Judith Schwentner, Frauensprecherin der Grünen. "Seine Forderung nach strengeren Regeln für solche Operationen, etwa der Ruf nach besserer Aufklärung und genauerer Prüfung, ob solche Operationen wirklich notwendig sind, halte ich für äußerst sinnvoll", meinte auch Christoph Reisner, Präsident der niederösterreichischen Ärztekammer.

Leise Kritik aus der FPÖ
Leise Kritik kam vom freiheitlichen Ärztesprecher Andreas Karlsböck: "Der Ansatz, Minderjährigen den Zugang zur Schönheitsindustrie zu erschweren, ist richtig, erfolgt jedoch zum falschen Zeitpunkt und ist als Einzelmaßnahme unbrauchbar." Karlsböck forderte die Ausbildung zum Facharzt für Schönheitsmedizin: "Derzeit darf sich jeder Allgemeinmediziner mit Tanzkurs Schönheitsmediziner nennen." Daher sei es auch kein Wunder, dass solche Behandlungen regelmäßig danebengingen.

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