Sa, 26. Mai 2018

Wohnen wird teurer

20.09.2011 13:15

Preisschock bei den Mieten: Erhöhung um 5,5 Prozent

Rund 300.000 österreichischen Haushalte müssen ab Herbst mehr für ihre Wohnung zahlen, wenn der sogenannte Kategoriemietzins um 5,5 Prozent erhöht wird. Die Regelung, eine gesetzlich vorgeschriebene Anpassung an die Inflationsrate, gilt österreichweit, trifft aber vor allem die Wiener. Betroffen sind vor dem 1. März 1994 abgeschlossenen Mietverträge. Jüngere Verträge bleiben aber nur kurz von der Teuerung verschont, diese kommt ab April 2012.

In der Bundeshauptstadt sind laut Mietervereinigung rund 100.000 private Wohnungen in Althäusern und etwa 120.000 Gemeindewohnungen von der Mieterhöhung betroffen. Bundesweit dürfte die Regelung insgesamt etwa 300.000 Haushalte treffen. Die Mieten für diese Wohnungen werden nun um rund 5,5 Prozent erhöht.

150 Euro Mehrkosten bei 70-Quadratmeter-Wohnung
Für eine 100 Quadratmeter große Wohnung der Kategorie A sind somit statt bisher 308 Euro nun 325 Euro Miete (ohne Betriebskosten und Abgaben) zu zahlen, also um 17 Euro pro Monat oder 204 Euro pro Jahr mehr. Wer in einer 70-Quadratmeter-Wohnung lebt, wird mit rund 150 Euro Mehrkosten im Jahr zusätzlich belastet werden, rechnete dazu auch die Arbeiterkammer vor.

Die Anhebung gilt für Privatmieter schon seit 1. September, sofern sie das Schreiben mit der Benachrichtigung über die Anpassung auch ordnungsgemäß 14 Tage zuvor per Post erhalten haben. Kommt es später an, verschiebt sich der Anhebungszeitpunkt um ein Monat. Wenn das Schreiben beispielsweise am 25. August zugestellt wurde, steigt die Miete erst mit 1. Oktober an. Für Gemeindewohnungen wird die Erhöhung mit 1. Oktober wirksam.

Erhöhung neuerer Mietverträge im April 2012
Von der Erhöhung nicht betroffen sind die 350.000 Mietverträge nach dem Richtwertsystem, das per 1. März 1994 eingeführt wurde und für nach diesem Zeitpunkt abgeschlossene Mietverträge in Altbauten gilt, die vor 1945 errichtet wurden. Hier wird es aber Anfang April 2012 ebenfalls zu einer Erhöhung kommen. In welchem Ausmaß, ist noch offen.

Die Richtwerte sind je nach Bundesland verschieden. In Wien beträgt der bloße Richtwert derzeit 4,73 Euro je Quadratmeter, in Vorarlberg 7,53 Euro. Die tatsächlichen Mieten liegen aber noch weit darüber, denn zum bloßen Richtwert können noch Zuschläge für Lage oder Ausstattungsmerkmale hinzugerechnet werden, außerdem kommen noch die Betriebskosten und die Umsatzsteuer dazu.

Das Richtwertmietsystem wird von der Arbeiterkammer als unzureichend kritisiert, etwa weil der Vermieter nicht verpflichtet ist, die Zuschläge im Mietvertrag anzuführen, und weil diese de facto nach oben hin nicht begrenzt sind.

Auch Pachtgrundstücke werden in Wien teurer
Ebenfalls teurer wird der Mietzins in den nächsten Jahren bei einigen Pachtgrundstücken der Stadt Wien. Es geht dabei um die in den 1980er-Jahren abgeschlossenen, alten genossenschaftlichen Baurechtsverträge. Diese laufen nun aus und sollen innerhalb der nächsten zehn Jahre an heutige Standards angepasst werden.

Zwölf Siedlungen in den Bezirken Favoriten, Meidling, Hietzing, Döbling, Floridsdorf und Donaustadt sind davon betroffen, die klassischen Schrebergartensiedlungen gehören nicht dazu, wie Wohnbaustadtrat Michael Ludwig Mitte September versicherte.

Ludwig betonte, dass, wenn man das Preis-Leistungsverhältnis in Relation stelle, der neue Tarif sozial verträglich sei. Der einheitliche Tarif für ganz Wien solle die soziale Durchmischung in den Bezirken auch weiterhin gewährleisten.

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