Fr, 25. Mai 2018

Krebshemmende Öle

19.09.2011 15:47

Scharfer Senf schützt Zellen vor Krebsauslösern

Je schärfer der Senf, desto stärker seine krebshemmende Wirkung. Das ist zusammengefasst das Ergebnis einer Studie, die ein deutsches Forscherteam um Volker Mersch-Sundermann und Evelyn Lamy an der Universität Freiburg durchgeführt hat. Sowohl in einer Vorstudie an Zellkulturen als auch am Menschen konnten sie nachgewiesen, dass scharfer Senf vor der Wirkung krebsauslösender Stoffe, die mit der Nahrung aufgenommen werden, effektiv schützt.

"Der Konsum von scharfem Senf schützt beispielsweise vor den erbgutschädigenden Wirkungen der beim Grillen und Braten von Fleisch entstehenden krebsauslösenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, kurz PAK", erläutert der Leiter des Instituts für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene der Universität Freiburg, Volker Mersch-Sundermann.

Für die Studie nahmen die Versuchspersonen täglich 20 Gramm scharfen Senf zu sich. Dann wurde ihnen Blut abgenommen und dieses mit krebsauslösenden Stoffen, sogenannten Karzinogenen, versetzt. "Wir haben gesehen, dass weiße Blutkörperchen von Probanden, die vorher scharfen Senf konsumiert hatten, viel besser mit solchen gefährlichen Substanzen umgehen können", so Mersch-Sundermann weiter. Im Gegensatz dazu waren die Werte bei den Probanden ohne Senfkonsum (Referenzwerte) deutlich schlechter.

Schutzeffekt hält eine gewisse Zeit an
Die Studienergebnisse deuten zudem darauf hin, dass der Schutzeffekt auch eine gewisse Zeit nach dem Konsum von scharfem Senf anhält und nicht - wie etwa für Vitamin C gezeigt - nur sehr kurzfristig ist. Regelmäßiger Konsum von scharfem Senf könnte daher tatsächlich dazu beitragen, nachhaltig das Krebsrisiko zu verringern.

"In den Vorversuchen an menschlichen Zellkulturen konnte nachgewiesen werden, dass Senfe mit einem hohen Anteil an der schärferen, braunen Senfsaat, wie beispielsweise Löwensenf Extra, besonders wirksam sind", so der Institutsleiter. Daher wurde Löwensenf Extra auch für die nachfolgende Studie am Menschen verwendet. Dieser Senf habe sich zudem als besonders geeignet gezeigt, da er lediglich Wasser, Senfsaat, Essig und Salz enthält und daher nur wenige Nebeneffekte durch andere Zutaten auftreten können.

Krebshemmende Senföle
Die krebshemmende Wirkung von Senf ist auf die sogenannten Senföle, die für die Schärfe in der Würzpaste verantwortlich sind, zurückzuführen. Sie werden beim Verarbeiten oder auch Kauen von Senf freigesetzt und können so vom Körper aufgenommen werden.

Unklar ist bisher noch, welche Mindestkonzentrationen der Senföle notwendig sind, damit der Senf seine krebshemmende Wirkung entfalten kann. Mersch-Sundermann: "In der Vorstudie an menschlichen Zellkulturen wirkte jedenfalls scharfer Senf wie beispielsweise Löwensenf Extra deutlich stärker als süßer Senf."

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