Mo, 28. Mai 2018

Telefonate abgehört

18.09.2011 13:10

Berlusconi prahlt: "In einer Nacht Sex mit acht Frauen"

Es sind die Protokolle einer zunehmenden Sexversessenheit, die sich in abgehörten Telefonaten des italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi offenbaren. So prahlte der Medienzar etwa, in einer Nacht mit acht Frauen Sex gehabt zu haben. Regierungstermine bezeichnete er hingegen als lästige Pflichten, denen er entweichen wolle, um sich von seinen "Girls" verwöhnen zu lassen. Berlusconi sieht in den nun ans Licht gekommenen Details zu seinem Sexualleben aber keinen Grund zurückzutreten.

Der Unternehmer Giampaolo Tarantini, der in Untersuchungshaft sitzt, weil er vom Premier 850.000 Euro für sein Schweigen über dessen wilde Partys erpresst haben soll, vermittelte Berlusconi offenbar sowohl erfahrene Callgirls als auch Frauen aus guten Familien, die er meist auch selbst bezahlt haben soll.

Die Damen mussten - so ist den Telefonaten laut italienischen Medien zu entnehmen - auf ausdrücklichen Wunsch des Premiers jung, schlank und nicht zu groß sein. "Bring nicht zu große Mädchen, wir zwei sind ja nicht groß", mahnte der bald 75-jährige Premier.

"Mit Durchhaltevermögen zufrieden"
Der Medientycoon prahlte am Telefon mit Tarantini gern über seine Liebeskünste. Über elf Frauen seien vor seiner Tür gestanden, um mit ihm die Nacht zu verbringen. "Ich habe nur mit acht Sex gehabt, mehr konnte ich nicht. Ich bin aber mit meinem Durchhaltevermögen zufrieden", so Berlusconi, der seine "Mädchen" an Bord seines Regierungsflugzeuges empfangen haben soll.

Gerüchten zufolge soll Berlusconi in den abgehörten Telefongesprächen auch eine derbe sexuelle Bemerkung über das Äußere der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel gemacht haben. Die Beleidigung wurde jedoch bisher von den Medien nicht veröffentlicht.

Berlusconi drängt auf "Maulkorbgesetz"
Der Medienzar reagierte wütend auf die protokollierten Abhörungen der Ermittler. Er will jetzt das Parlament drängen, so rasch wie möglich ein sogenanntes "Maulkorbgesetz" zu verabschieden, mit dem Lauschangriffen klare Schranken gesetzt werden sollen.

Zugleich verweigert Berlusconi hartnäckig ein Treffen mit den Staatsanwälten, die in der Erpressungsaffäre ermitteln. Am Dienstag ließ er einen Termin wegen einer Brüssel-Reise platzen. Nun legte er über seinen Anwalt ein Memorandum vor, in dem er bestreitet, Opfer einer Erpressung zu sein. Anwalt Piero Longo sagte, Berlusconi sei überzeugt, nun nicht mehr persönlich erscheinen zu müssen.

Popularität auf neuem Rekordtief
Mit dem neuen Skandal ist Berlusconis Popularität auf ein Rekordtief gesunken. Nur 24 Prozent der Befragten zeigten in einer Umfrage noch Vertrauen in den Regierungschef. Im Juni waren es noch 29 Prozent. Sein bisher treuester Koalitionspartner Umberto Bossi hegt Zweifel, dass die Regierung bis zum Ende der Legislaturperiode 2013 durchhält. "2013 ist viel zu lang", sagte der Chef der Lega Nord.

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