Mi, 23. Mai 2018

Golfball mit Delle

17.09.2011 11:53

Forscher erstellen ein 3D-Modell des Asteroiden Vesta

Unregelmäßig geformt, mit einer leichten Delle am Südpol und sehr vielen Einschlagskratern - in einer ersten Animation zeigen Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), wie der Asteroid Vesta in 3D aussehen könnte. Möglich wurde das mithilfe von Bildern der deutschen Kameras an Bord der US-Raumsonde "Dawn".

Wie die nun erstellten Bilder zeigen, sieht der 1807 vom Bremer Astronom Heinrich Olbers entdeckte Asteroid aus, wie ein Golfball mit Delle. Ein bisschen "kartoffelig" finden ihn die Wissenschaftler auch. Ralf Jaumann, Planetenforscher am DLR, hält es auch mit Mr. Spock. "Faszinierend", sagt er mit einem Blick auf die neuen Vesta-Fotos. Diese Wahnsinnsberge!

Hohe Berge, Canyons und Krater
Die aus einer Höhe von 1.300 Kilometern Höhe aufgenommenen Bilder zeigen vor allem die Topographie des Himmelskörpers. Dass es dort weder Wasser noch Leben zu geben scheint, war absehbar. Trotzdem ist Vesta gut für Überraschungen. Wissenschaftler sehen Täler, Canyons und bis zu 25 Kilometer hohe Berge, die zu den höchsten gehören, die bisher im Sonnensystem bekannt sind. Der Mars bietet zwar mit 27 Kilometer hohen Erhebungen mehr - aber der Planet ist auch rund zehn Mal größer als Vesta.

Asteroiden sind Planetenforschern am liebsten, wenn sie bleiben, wo sie hingehören: in ihrem angestammten Gürtel zwischen Mars und Jupiter, an der Grenze zwischen dem inneren Sonnensystem mit der Erde und den äußeren Planeten aus Gas und Eis. Mit knapp 300 Kilometern Durchmesser zählt Vesta zu den größten bekannten Asteroiden. Die dicke Delle an einer Seite lässt ahnen, dass es schon einmal einen schweren Zusammenstoß mit einem massigen Artgenossen gab. Auch die vielen kleinen Krater auf der Oberfläche sind Einschlaglöcher.

"So eine Art Embryonalplanet"
Mit 380 Millionen Kilometern ist Vesta rund doppelt so weit von der Sonne entfernt wie die Erde. Der Asteroid sei trotz seiner beachtlichen Größe zu klein gewesen, um sich zu einem handfesten Planeten zu entwickeln, erläutern die Forscher. "Vesta zeigt den Anfangszustand und ist so eine Art Embryonalplanet", sagt Jaumann.

Ursprünglich hofften die Wissenschaftler, durch Vesta mehr über die Frühzeit des Sonnensystems zu erfahren. Doch da könnte ihnen der Asteroid einen Strich durch die Rechnung machen. Nach ersten Erkenntnissen ist er wohl jünger als die erhofften 4,4 Milliarden Jahre. Vielleicht gibt Vesta deshalb keine Antwort darauf, wie es zum Beispiel mit dem Vulkanismus angefangen haben könnte. Und doch sehen Wissenschaftler in Vesta ein Glücksfall für die Forschung. Denn von den meisten anderen Riesen-Asteroiden gibt es heute nur noch Trümmer.

Fotos: NASA/JPL-Caltech/UCLA/DLR

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