So, 20. Mai 2018

Urteil in Italien

16.09.2011 12:18

Gericht entzieht Eltern Sorgerecht: Zu alt für das Kind

Ein Gericht in Turin hat einem Mann (70) und dessen Ehefrau (58) das Sorgerecht für ihre 16 Monate alte Tochter entzogen. Die Begründung: Die Eltern seien zu alt, um sich ausreichend um das Kleinkind zu kümmern. Der Fall sorgt in Italien für gehörigen Wirbel und eine Debatte über bei der Geburt ihres Babys bereits "zu alte" Mütter.

Das Gericht wurde nach einer Anzeige wegen Misshandlung eingeschaltet: Das Kind sei 45 Minuten lang ohne Aufsicht im Auto sitzend zurückgelassen worden. Das kleine Mädchen, das nach künstlicher Befruchtung zur Welt kam, wurde inzwischen einer anderen Familie anvertraut, berichtete die Tageszeitung "La Stampa" am Freitag.

Umstrittene Urteilsbegründung
Die Richter erklärten in ihrem Beschluss, dem Paar das Sorgerecht zu entziehen, die Eltern hätten um jeden Preis ihren Wunsch erfüllen wollen, ein Kind zu bekommen - ohne dabei die natürlichen Gesetze zu berücksichtigen. Die Eltern hätten sich nicht darum gekümmert, dass das Mädchen in jungen Jahren allein zurückbleiben könnte. Darüber hinaus befanden die Richter, dass die 58 Jahre alte Mutter nicht in der Lage sei, die emotionalen Bedürfnisse des Kindes zu befriedigen.

Das Ehepaar kämpft jetzt darum, die Tochter zurückzubekommen und sieht sich als Opfer eines Vorurteils gegen alte Eltern. Zudem bestreitet das Paar, dass es seinen Elternpflichten nicht nachgekommen sei.

Rockstar Nannini mit 54 erstmals Mutter
Der Fall löste in Italien eine heftige Debatte über das steigende Alter von Müttern aus. Laut jüngsten Statistiken haben sechs Prozent aller Neugeborenen in Italien eine Mutter, die über 40 Jahre alt ist. Erst im November vergangenen Jahres hatte die italienische Musikerin Gianna Nannini mit 54 Jahren eine Tochter zur Welt gebracht - und in einem Interview erklärt, sie denke an eine weitere Schwangerschaft (siehe Infobox).

Symbolbild

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