Fr, 17. November 2017

Speicher-Wahn

16.09.2011 10:34

Unternehmen werden laut Dell zu „Daten-Messies“

Unternehmen drohen in der wachsenden Datenflut zu ertrinken. Dieser Auffassung ist zumindest der Dell-Geschäftsführer in Deutschland, Andreas Stein. Wer Daten nicht rechtzeitig lösche, drohe als Daten-Messie zu enden, sagt Stein und fordert Unternehmen dazu auf, nicht alles zu speichern, was sie technisch auch tatsächlich speichern können.

Der Speicherhunger der IT wächst weiter ungehemmt. Im zweiten Quartal stieg die Gesamtkapazität weltweit ausgelieferter Speichersysteme laut den Marktforschern von IDC gegenüber dem Vorjahr um fast 50 Prozent auf mittlerweile 5.300 Petabyte (ein Petabyte entspricht einer Million Gigabyte). Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen. Besonders die heute auch von Unternehmen in großem Umfang vorgenommene Speicherung von Video- und Audio-Dateien vermehrt den Speicherbedarf extrem.

"Die riesigen Mengen von Daten, die mittlerweile zu verarbeiten und vorzuhalten sind, stellen allmählich eine Belastung für die Unternehmens-IT dar", meint Andreas Stein. Insbesondere die sinkenden Hardware-Kosten pro Terabyte würden Unternehmen dazu verführen, der Datenflut einfach durch die Erweiterung ihrer Speicher-Systeme zu begegnen, so der Dell-Manager.

"Eine Grundfrage ist, ob Unternehmen wirklich alles speichern müssen, was sie heute speichern", so Stein. "Muss wirklich jede Variante eines Unternehmensvideos, jede Version einer aufwändigen Präsentation aufgehoben - also auch gesichert und archiviert werden, und das oft mehrfach?" Tatsächlich seien Unternehmen heute auf dem besten Weg dazu, "Daten-Messies zu werden. Sie verwahren und verwalten Unmengen von Daten, die tatsächlich nie wieder verwendet werden."

"Man muss auch loslassen können: Was nicht zwingend gebraucht wird, muss aus den Storage-Systemen verschwinden", so Stein, der eine konsequentere Priorisierung von Daten fordert. Mitverantwortlich für die Entwicklung ist nach Steins Auffassung die Zunahme von Vorschriften und Richtlinien, die für immer mehr Arten von Daten lange Aufbewahrungsfristen vorsehen. "Das hat viele Unternehmen verunsichert, sodass sie nun vorsichtshalber alles aufheben wollen, und zwar am liebsten für immer", merkt Stein dazu an.

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