Sa, 26. Mai 2018

Knie verdreht

13.09.2011 19:21

Sturm Graz ohne Tormann Gratzei gegen Lok Moskau

Meister Sturm Graz startet wie in der Saison 2009/10 mit einem Heimspiel in die Europa League. Im Duell mit Lok Moskau, dem Tabellenfünften der russischen Meisterschaft, gilt es, besser in die Gruppenphase zu finden als vor zwei Jahren, als es am 17. September 2009 in der UPC-Arena gegen Dinamo Bukarest zum Auftakt eine knappe 0:1-Niederlage setzte. "Wir müssen schauen, dass wir gut in die Europa League reinstarten", sagte Patrick Wolf vor der Gruppe-L-Partie am Donnerstag (Anpfiff um 21.05 Uhr). Einer ist schon mal nicht gut gestartet - Keeper Gratzei hat sich am Knie verletzt.

Der ÖFB-Teamgoalie zog sich im Training am Montag eine Verletzung zu und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Der 29-Jährige werde sich am Donnerstag einer Arthroskopie unterziehen, teilte der Klub am Dienstag mit. "Er hat sich ohne Fremdverschulden das Knie verdreht. Anfangs hat es eher harmlos ausgesehen, es hat sich aber herausgestellt, dass er nicht beschwerdefrei laufen kann und die Sache angeschaut werden muss", sagte Trainer Franco Foda. Damit steht der Kroate Silvije Cavlina vor seinem ersten Einsatz seit 16. April.

Die Europa League ist dennoch kein Neuland für die Truppe von Coach Franco Foda. Insgesamt elf Kicker des aktuellen Kaders sind dort schon zum Einsatz gekommen, darunter Milan Dudic für Salzburg und Joachim Standfest für die Austria. Mit dem nunmehr lädierten Christian Gratzei, Ferdinand Feldhofer, Manuel Weber, Andreas Hölzl und Samir Muratovic standen 2009 gegen Dinamo fünf noch aktuelle Sturm-Kicker am Feld. Zudem sammelten im Verlauf des Bewerbs 2009/10 noch Martin Ehrenreich, Sandro Foda, Haris Bukva und Marvin Weinberger internationale Erfahrungen im Sturm-Dress.

Russen-Coach kein Unbekannter in Österreich
Der zweifache russische Meister (2002 und 2004) Lok Moskau wird - nach der Entlassung von Juri Krasnoschan - seit Juli vom Portugiesen Jose Couceiro betreut. Der mit einem Zweijahresvertrag ausgestattete 48-Jährige war auch schon für den portugiesischen Topklub FC Porto (2005) als Trainer tätig und hatte auch das portugiesische U21-Nationalteam (2006/07) sowie die Auswahl von Litauen gecoacht (2008/09). Deshalb ist Couceiro in Österreich kein Unbekannter, war die ÖFB-Auswahl doch in der Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika auf die Litauer getroffen und hatte dabei auswärts 0:2 verloren und zu Hause 2:1 gewonnen.

Couceiro hatte auch schon Austria-Stürmer Roland Linz unter seinen Fittichen, während dessen Engagement bei Gaziantepspor (2009/10). Vor der Übernahme des Trainerpostens bei Lok war Couceiro seit Jahresbeginn bei Sporting Lissabon als Sportlicher Leiter und Interimstrainer tätig gewesen. Der in der Vergangenheit u.a. auch vom Trainerduo Raschid Rachimow/Alfred Tatar betreute Eisenbahnerklub schaffte mit einem 2:0-Heimsieg und einem Auswärts-1:1 gegen Spartak Trnava den Einzug in die Gruppenphase.

International erfolgreicher Klub
Lok hat international bereits beachtliche Erfolge gefeiert, 1998 und 1999 schaffte der 1923 als "KOR" (Klub Oktober Revolution) gegründete und 1936 in Lokomotiv Moskau umbenannte Verein den Halbfinal-Einzug im Cup der Cupsieger, in der Saison 2003/04 führte der Weg in der Champions League bis ins Achtelfinale.

National liegt der Hauptstadtklub derzeit nach 23 Runden mit 39 Punkten sieben Zähler hinter Zenit St. Petersburg auf Rang fünf. Ihre aktuelle Top-Form untermauerte die Couceiro-Truppe am Samstag mit einem 4:2-Heimsieg gegen den Tabellenführer. Nigeria-Teamstürmer Victor Obinna trug sich dabei einmal in die Schützenliste ein, der 24-Jährige ist neben dem russischen Internationalen Dimitri Sytschew für die Lok-Tore zuständig. In der Abwehr läuft beim fünffachen russischen Cupsieger (zuletzt 2007) alles beim slowakischen Teamspieler Jan Durica zusammen.

Die Grazer haben bisher erst zweimal Erfahrungen mit russischen Klubs gemacht: 1981 gewannen sie in der ersten UEFA-Cup-Runde das Heimspiel gegen ZSKA Moskau mit 1:0 und stiegen trotz des Auswärts-1:2 auf. 1998 verloren sie in der Champions-League-Gruppenphase zu Hause gegen Spartak Moskau mit 0:2, auswärts gab es ein torloses Remis.

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