Sa, 26. Mai 2018

Zünftig und urig

11.09.2011 19:06

Erntedankfest lockt 280.000 Besucher auf den Heldenplatz

Das zweitägige Erntedankfest des Bauernbundes am Wiener Heldenplatz hat zahlreiche Besucher angelockt: Rund 280.000 Menschen nutzten laut Veranstalter das sommerliche Wetter, um heimische Schmankerl zu genießen und sich im zünftigen Ambiente zu vergnügen. Das Motto der diesjährigen - elften - Ausgabe der Veranstaltung lautete dabei "Essen ist Heimat". Die Segnung der Feldfrüchte sowie der darauffolgende Umzug der Erntewägen am Sonntagnachmittag bildeten den Höhepunkt des Events.

Im Mittelpunkt des Festes standen Brauchtum und Zünftigkeit - so sorgten etwa Schuhplattler, "Goaßlschnalzer", Volkstänzer und Blasmusikkapellen für entsprechende Stimmung. Die kleinen Festbesucher durften sich beim Basteln mit Naturmaterialien oder am Geschicklichkeitsparcours in der Holz-Sport-Welt versuchen. Auch Aufklärungsarbeit wollten die Landwirte auf dem Erntedankfest leisten: So gab es unter anderem einen "Schweinelehrpfad", wo nicht nur über die Herkunft des Schnitzels, sondern auch über das Thema "Ferkelschutzkorb" informiert wurde.

Regionale Spezialitäten luden zum Kosten ein
Am meisten Besucherinteresse zogen am Erntedankfest wohl "Speis und Trank" auf sich: Rund 300 Bauern aus ganz Österreich boten regionale Spezialitäten zum Kosten an. Die kulinarische Palette reichte dabei vom Tullnerfelder Schwein über den Waldviertler Karpfen bis hin zum Bregenzer Alp- und Bergkäse. Wer nicht nur essen, sondern sich auch Tipps vom Profi holen wollte, hatte auch dazu Gelegenheit: Am Samstagnachmittag ließ sich der bekannte Koch Siegfried Kröpfl bei einem Schaukochen in die Töpfe schauen.

Der feierliche Höhepunkt der Veranstaltung fand schließlich am Sonntagnachmittag statt: Dompfarrer Toni Faber segnete die Erntefrüchte. Vor dem feierlichen Umzug der Erntewägen hielt noch eine Reihe von ÖVP-Spitzenpolitikern Festreden: Vizekanzler und Bundesparteiobmann Michael Spindelegger, Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich, die neue, interimistische Chefin der Wiener Landespartei, Gabriele Tamandl, sowie Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch.

Spindelegger will "Starkstrom"-Schuldenbremse
Spindelegger warb in seiner Ansprache einmal mehr für eine verfassungsrechtliche Schuldenbremse und zog zur Verdeutlichung landwirtschaftliche Parallelen: "Die Bauern machen rund um ihre Weide einen Weidezaun, damit ihnen die Viecher nicht auskommen. Das, was wir brauchen in Österreich, das ist in der Verfassung ein Weidezaun, der mit Starkstrom gefüllt ist. Und jeder, der da hingreift und über 60 Prozent des Insgesamt-Staatshaushaltes Schulden macht, der muss merken: Das tuscht."

Berlakovich erteilte dann Steuerplänen der SPÖ eine Absage: "Die Bauern leben vom Ertrag des Grundes. Daher dürfen wir nicht die Substanz der Bauern schwächen, indem wir Grundsteuern erhöhen oder den Häuslbauern das wegsteuern, was sie sich erarbeitet haben im Lauf der Jahrzehnte." Auch der Bauernbundpräsident fand dazu deutliche Worte: "Schluss mit diesem modernen Raubrittertum und Klassenkampf, den es in Österreich derzeit von unserem Koalitionspartner gibt."

"In der Bio-Landwirtschaft sind wir Weltmeister"
Für die heimische Landwirtschaft fanden die Festredner lobende Worte: "Die österreichische Landwirtschaft ist gut aufgestellt. Was uns im Fußball nicht gelingt - da gewinnen wir nicht so oft die Matches -, in der Bio-Landwirtschaft sind wir Weltmeister. Kein Land der Erde hat so viel Bio-Landwirtschaft wie wir", erklärte etwa Berlakovich stolz. Die Wiener Neo-Parteichefin Tamandl wiederum ging in ihrer Ansprache auf die Qualität der heimischen Lebensmittel ein - vor allem in Hinblick auf den ökologischen Fußabdruck: "Die Produkte, die in Wien und in Österreich produziert werden, die haben keinen langen Weg. Das sind Produkte, die frisch auf unseren Teller kommen."

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