Di, 22. Mai 2018

Nach Absturz-Drama

08.09.2011 11:55

Gegnerische Cracks sollen künftig für Jaroslawl spielen

Nach dem tödlichen Flugzeugabsturz des russischen Eishockey-Teams Lokomotive Jaroslawl soll die Mannschaft mit Spielern aus anderen Vereinen wieder aufgebaut werden. "Viele Jungs haben in den ersten Stunden nach der Tragödie ihren Wunsch erklärt, für Lokomotive zu spielen", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der Kontinentalen Eishockey-Liga (KHL), Wjatscheslaw Fetisow, am Donnerstag. Bereits in zwei bis drei Tagen könne eine neue Mannschaft aufgestellt werden.

"Dies sagt eine Menge über die Verbundenheit der Spieler und die Tradition unseres Eishockeys aus", sagte Fetisow weiter. Auch Fans anderer Vereine unterstützen die Idee. Anhänger von Spartak Moskau schlugen etwa vor, dass vor allem ehemalige Nachwuchsakteure von Lokomotive zu ihrem Ausbildungsverein zurückkehren sollten. Cheftrainer der neuen Mannschaft soll nach Angaben von Fetisow der Coach der Lokomotive-Nachwuchsequipe, Pjotr Worobjow, werden.

Es wäre nicht das erste Mal, dass nach einem Unglück eine Sportmannschaft mit Akteuren anderer Vereine weiterspielt. Nachdem 1979 die Fußballer des damaligen sowjetischen Spitzenteams Pachtakor Taschkent bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen waren, gaben die übrigen Vereine Akteure ab. Zudem wurde beschlossen, Taschkent drei Jahre lang nicht absteigen zu lassen.

Medwedew ordnete Untersuchung an
Nach dem Absturz mit nun offiziell bestätigten 43 Todesopfern kündigte Russlands Staatschef Dmitri Medwedew eine genaue Überprüfung des Unglücks an. Er räumte auch schwerwiegende Probleme bei der russischen Luftfahrt ein. "Ich habe das Untersuchungskomitee und die Regierung angewiesen, eine gründliche Untersuchung vorzunehmen", sagte Medwedew bei einem Besuch am Unglücksort im Dorf Tunoschna in unmittelbarer Nähe der Stadt Jaroslawl.

Es sei "nicht möglich, so weiter zu machen", machte Medwedew während eines Treffens mit Verkehrsminister Igor Lewitin und Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu deutlich. Um sichere Flugzeuge zu bauen, müssten in Russland "moderne Unternehmen" entstehen. Andernfalls müsse das Land Flugzeuge im Ausland kaufen. Bereits im Juni, Juli und August hatten sich in Russland drei schwere Flugzeugunglücke mit alten Maschinen mit insgesamt 63 Todesopfern ereignet.

Leichen wurden geborgen
Die Leichen der Verunglückten wurden indes von Rettungskräften geborgen. Die sterblichen Überreste der Opfer seien aus dem Wrack geholt worden, teilte das russische Ministerium für Katastrophenschutz am Donnerstag mit. Das Unglück nach dem Start vom Flughafen in Jaroslawl nördlich von Moskau haben am Mittwoch lediglich ein Steward sowie der russische Lokomotive-Spieler Alexander Galimow überlebt. Deren Zustand ist aber kritisch.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Sportticker
Spuren der Camorra
Mafia-Kontakte: Drei Stars in Italien angezeigt
Fußball International
Pellegrini übernimmt
West Ham: Neuer Coach für Marko Arnautovic
Fußball International
„Pause einlegen“
Das plant Ralph Hasenhüttl nach dem Leipzig-Aus
Fußball International
Bereits mit PSG einig
Neuer Klub: Buffon-Wechsel offenbar so gut wie fix
Fußball International
Favoritener Träume
Gerüchteküche brodelt - kommt „Ikone“ Alex Meier?
Fußball International
Hollywood ruft
Zlatan tobt: Rot nach Ohrfeige und Videobeweis!
Fußball International

Für den Newsletter anmelden