Di, 22. Mai 2018

Gegen Privatschulen

06.09.2011 10:54

Tiroler Gemeinde erteilt türkischem Gymnasium Absage

Die Tiroler Marktgemeinde Rum im Bezirk Innsbruck-Land hat einem von türkischstämmigen Unternehmern geplanten gemischtsprachigen Privatgymnasium umgehend eine Absage erteilt. Der zuständige Ausschuss habe ausführlich alle Für und Wider diskutiert und sei "einhellig" zu dem Schluss gekommen, dass man "generell gegen die Errichtung von Privatschulen jeder Art" sei, erklärte die Marktgemeinde am Dienstag.

Eine Gruppe türkischstämmiger Unternehmer hatte das Konzept bei der Gemeinde eingereicht. Schulerhalter hätte ein erst zu gründender Verein sein sollen. Bereits mit dem Schuljahr 2013/2014 hätte nach Wunsch der Projektinitiatoren der Betrieb aufgenommen werden sollen.

Der Entwurf sah Türkisch zusätzlich zum normalen Unterricht vor - als Muttersprache für türkischsprachige und als lebende Fremdsprache für nicht-türkischsprachige Schüler. Damit soll "auch Migrantenkindern die Integration erleichtert" werden, meinte der nach einem passenden Standort suchende Immobilientreuhänder, Herbert Garber, in einem Bericht der "Tiroler Tageszeitung".

FP: Kein geeigneter Beitrag zu gelungener Integration
Verwundert über dieses Vorhaben zeigte sich der Tiroler FP-Landtagsabgeordnete Richard Heis: "Diese Initiative ist kein geeigneter Beitrag zu einer gelungenen Integration, sondern fördert islamische Parallelgesellschaften", meinte der Politiker. Jeder Schüler, der die Fähigkeiten mitbringe, solle allgemein- und berufsbildende höhere Schulen besuchen können - unabhängig von Nationalität und etwaigem Migrationshintergrund, fügte Heis hinzu.

Der Umsetzungsantrag wurde dann am Montagabend im zuständigen Ausschuss der Gemeinde behandelt. Das Ergebnis: Integration gelinge grundsätzlich dann, wenn "alle Schüler in einem Schulbereich untergebracht" würden und nicht einzelne Kulturgruppen sich spezialisierten. Die Hauptschule Rum zeige diese "gelebte Integration" seit vielen Jahren, hieß es seitens des Ausschusses. Eine Umwidmung des betreffenden Gebäudekomplexes werde daher "nicht in Erwägung gezogen".

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