Mo, 28. Mai 2018

Krank und angeklagt

05.09.2011 20:48

"Vergesslicher" Chirac darf seinen Prozess schwänzen

Ex-Präsident mit Gedächtnislücken: Der frühere französische Staatschef Jacques Chirac hat zu Beginn seines Prozesses wegen Amtsmissbrauchs auf Gedächtnisstörungen hinweisen lassen. Er könne keinesfalls auf Fragen nach seiner Vergangenheit antworten. Der Richter erlaubte dem Ex-Präsidenten am Montag, der Verhandlung fernzubleiben.

Gleichzeitig bat ein Anwalt des Angeklagten angesichts des schlechten Gesundheitszustands seines Mandanten um Respekt. "Jacques Chirac war krank und ist krank", beteuerte Verteidiger Jean Veil beim Prozessauftakt am Montag in Paris.

Veil erklärte, dass sein Mandant sich dem Verfahren nicht entziehen, sondern sich lediglich durch Anwälte vertreten lassen wolle. Der bald 79-Jährige habe keine spezifische Krankheit, sondern per Attest bestätigte Symptome unterschiedlicher Herkunft.

Laut Anklage Gefälligkeitsjobs verteilt
Chirac ist der erste französische Präsident, der sich vor Gericht verantworten soll. Er ist angeklagt, in seiner Zeit als Bürgermeister von Paris (1977-1995) Parteifreunden Gefälligkeitsjobs zugeschustert zu haben - Untreue, Unterschlagung öffentlicher Gelder und Amtsmissbrauch lauten die Anklagepunkte.

Im Fall eines Schuldspruchs drohen dem Ex-Präsidenten bis zu zehn Jahre Haft sowie 150.000 Euro Strafe. Chirac hatte bisher stets bestritten, etwas Illegales getan zu haben.

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