Mo, 21. Mai 2018

Scharner muckt auf

04.09.2011 11:55

"Persönliche Befindlichkeiten viel zu hoch gestellt"

Paul Scharner hat seinem Ruf als Querkopf und Rebell einmal mehr alle Ehre gemacht. Nach der Schmach von Gelsenkirchen, in der Österreich gegen Deutschland mit 2:6 untergegangen war, machte er seinem Ärger über die mangelnde Professionalität im österreichischen Fußball Luft. "Die persönlichen Befindlichkeiten sind viel zu hoch gestellt - sie stehen über der Professionalität", lästerte der West-Bromwich-Legionär (siehe Video).

Latente Verbal-Hiebe hatte Scharner auch für Teamchef Didi Constantini und dessen beharrliches Ignorieren von Andreas Ivanschitz parat. Zwar wolle er "keine Namen nennen und ich hoffe, dass das jetzt nicht wieder aufgebauscht wird", erklärte er im Gespräch mit "laola1", aber: "Ich glaube, dass es sich Österreich nicht leisten kann, auf Legionäre in Top-Ligen zu verzichten." Wen er damit meint, wollte er nicht verraten. Nur so viel: "Wenn man einen Legionär in einer Top-Liga hat, dann ist dieser auch absolut qualifiziert für das Nationalteam."

Scharner erkennt im ÖFB-Team Potenzial
Trotzdem erkennt Scharner in der momentanen Malaise auch Positives. So sah er das Deutschland-Spiel, das er wegen einer Sperre von der Tribüne aus verfolgte, nicht als totale Katastrophe. "Auch wir haben Chancen gehabt", konstatierte der Defensiv-Allrounder: "Bevor die Deutschen das 5:2 gemacht haben, hätten wir durchaus auch auf 4:3 herankommen können - dann schaut's wieder ganz anders aus. Außerdem haben wir auch die allererste Chance im Spiel gehabt."

Sein Rezept für das Spiel gegen die Türkei? "Wir müssen effizienter werden. Denn auch wenn wir in Rückstand geraten, haben wir als Mannschaft sicherlich genug Qualität, um Chancen herauszuspielen, sodass wir zumindest Tore schießen könnten."

"Wir sind noch im Rennen"
"Das Schöne ist, dass wir trotz der Niederlage in Deutschland noch im Rennen sind. Wir werden uns voll reinhauen und versuchen, ein gutes Ergebnis zu machen, auch wenn es schwierig wird. Die Türken sind auswärts fast besser, weil sie da weniger Druck haben", erklärte der 31-Jährige am Sonntag, der am Dienstag wohl im zentralen Mittelfeld agieren wird.

In dieser Position trägt Scharner auch Verantwortung dafür, dass die Formationen nicht ähnlich auseinanderklaffen wie gegen Deutschland und einige Kicker blindlings nach vorne stürmen. "Es ist auffällig, dass wir unter die Räder kommen, wenn wir gegen Top-Mannschaften mitspielen wollen", warnte der England-Legionär.

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